Frankfurt am Main - Von Volkswirten als "katastrophal" bezeichnete Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben den Dax
am Freitag tief ins Minus gedrückt. Bereits am Morgen war der Leitindex unter die Marke von 4500 Punkten gerutscht, er schloss mit minus vier Prozent auf 4381 Punkten. Im Laufe der Woche hat der Index damit über sechs Prozent verloren. Der MDax mittelgroßer Werte beendete den Handelstag mit minus 4,5 Prozent auf 4958 Zähler. Für den TecDax ging es um 4 Prozent auf 467 Punkte nach unten.
Die amerikanischen Unternehmen haben im November mehr als eine halbe Million Stellen abgebaut - so viel wie seit 34 Jahren nicht mehr. "Das ist unfassbar", hieß es dazu von Experten. "Die Daten sind erneut ein Indiz dafür, dass die Finanzkrise die Industrie erreicht hat", sagte ein Händler.
Auch an der New Yorker Börse rutschten die Kurse: Zum Handelsschluss in Europa lag der Dow-Jones-Index
2,8 Prozent im Minus. Grund für den Kursrutsch waren schlechten Nachrichten aus den USA: Dort ist die Zahl der Beschäftigten im November viel stärker als erwartet gesunken. Außerhalb der Landwirtschaft ging die Beschäftigtenzahl um 533.000 zum Vormonat zurück. Dies ist der stärkste Rückgang der Beschäftigung seit 34 Jahren.
Volkswirte hatten für November mit einem Rückgang um 320.000 Stellen gerechnet. "Die Arbeitsmarktdaten sind wie befürchtet schlecht ausgefallen", sagte ein Aktienhändler. "Der Arbeitsmarkt ist die Achillesferse der Amerikaner und die ist in der jetzigen Rezession dramatisch getroffen worden." Es gebe überhaupt keinen Grund mehr in diesem Jahr noch am Aktienmarkt zu investieren. "Das Jahr 2008 ist für die Börsianer gelaufen", sagte der Händler.
Von Unternehmensseite gab es vor dem Wochenende nur einzelne Nachrichten. Die Aktien von Infineon
zählten mit plus 1,54 Prozent Euro zu den wenigen Gewinnern im Dax
. Händler verwiesen auf ein Interview mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich im "Handelsblatt". Hynix trete nach der Rettung durch die südkoreanische Staatsbank jetzt als Interessent für Qimonda
in Erscheinung, sagte Tillich der Zeitung. Der südkoreanische Halbleiterkonzern dementierte allerdings mittlerweile ein mögliches Interesse an der Infineon -Tochter.
EADS
-Papiere sackten dagegen um 7,04 Prozent auf 11,49 Euro. Händler verwiesen auf Presseberichte um frischen Kapitalbedarf bei dem zum Luft- und Raumfahrtkonzern zählenden Flugzeughersteller Airbus. Wie die Zeitung "Les Echos" ohne Quellenangabe berichtet, benötigt Airbus Frankreich 1,2 Milliarden Euro an frischem Kapital, Airbus Deutschland 800 Millionen Euro und Airbus Großbritannien 600 Millionen Euro. Ein Airbus-Sprecher bestätigte einen Kapitalbedarf bei Airbus.
Der Ölpreis nähert sich weiter der Marke von 40 Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der in London gehandelten Nordseesorte Brent wurde am Freitag für 40,72 Dollar gehandelt und war damit so billig wie seit Anfang 2005 nicht mehr.
Auch die in New York gehandelte Sorte Light Sweet Crude fiel auf den tiefsten Stand seit nahezu vier Jahren: Ein Fass kostete nur noch gut 42 Dollar. Billiger wurde das Öl unter anderem aufgrund der schlechten US-Arbeitsmarktzahlen: Der Verlust von über einen halben Million Stellen in den USA nährte die Befürchtung, mit einer weiter lahmenden Wirtschaft werde die Nachfrage nach Rohöl weiter sinken. Noch im Juli hatte ein Barrel Öl fast 150 Dollar gekostet.
cvk/Reuters/dpa-AFX/ddp
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