Wirtschaft



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08.12.2008
 

Lebensmittelskandal

Vergiftetes Fleisch aus Irland wurde in 25 Länder geliefert

Mit krebserregendem Dioxin verseuchtes Schweinefleisch aus Irland ist in bis zu 25 Länder geliefert worden - auch nach Deutschland. Dublin versucht zu beruhigen. Doch das deutsche Verbraucherschutzministerium hat Supermärkte aufgefordert, irisches Schweinefleisch auszusortieren.

Dublin - Der Kreis der Betroffenen ist groß: Mit krebserregendem Dioxin verseuchtes Schweinefleisch aus Irland ist nach Angaben der irischen Veterinärbehörde in bis zu 25 Länder geliefert worden. Mit Sicherheit seien aber weniger als 30 Länder betroffen, sagte Behördenchef Paddy Rogan. Dublin hatte am Wochenende den Rückruf aller seit September in Irland hergestellten Produkte aus Schweinefleisch angeordnet. Verseuchtes Fleisch wurde in Frankreich und Belgien festgestellt und gelangte vermutlich auch nach Deutschland.

Schwein: Dioxinwert 200fach überhöht
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DDP

Schwein: Dioxinwert 200fach überhöht

Das Gesundheits- und das Landwirtschaftsministerium in Irland leiteten am Samstag eine Rückrufaktion für alle Schweinefleischprodukte mit einem Herstellungsdatum ab dem 1. September ein. Geschäfte und Restaurants in Irland wurden aufgefordert, Schweinefleisch, Schinken und Wursterzeugnisse an die Hersteller zurückzuschicken. Grund sind zu hohe Schadstoffwerte in Schweinefleisch und Schweinefuttermitteln, die die zulässige Sicherheitsgrenze um das 80- bis 200fache übersteigen.

Der irische Premierminister Brian Cowen versuchte, die Menschen zu beruhigen. Die Regierung unternehme "alle notwendigen Schritte". Die Ursache des Problems sei ausfindig gemacht worden, hieß es. Das Dioxin stammt nach Angaben der irischen Behörde für Nahrungsmittelsicherheit (FSAI) offenbar aus einer verseuchten Futtermischung. Die Behörden untersuchten am Sonntag ein Futtermittelwerk im Südwesten Irlands. Das Futter soll an zehn Höfe in Irland und neun weitere in Nordirland geliefert worden sein.

Irland exportierte im Jahr 2007 rund 129.000 Tonnen Schweinefleisch. Der Großteil wurde nach Großbritannien geliefert, Deutschland und Japan kauften jeweils etwa neun Prozent des Exportfleisches. Das Verbraucherschutzministerium in Berlin forderte den Handel auf, sämtliches Schweinefleisch aus irischer Produktion vom Markt zu nehmen. Derzeit werde geprüft, ob und wie viel Schweinefleisch irischer Herkunft hierzulande auf dem Markt sei.

Die giftigen Stoffe waren bei routinemäßigen Labortests nachgewiesen worden. Dabei waren die Grenzwerte deutlich überschritten worden. Der Sprecher der irischen FSAI, Alan O'Reilly, sagte, dass außer Würsten und Schinken auch mit Schweinefleisch belegte Tiefkühlpizzen zerstört werden müssten. Laut FSAI ist das Gesundheitsrisiko für Verbraucher bei den festgestellten Dioxinwerten allerdings immer noch "äußerst gering".

Die Kontrolleure hätten bei Laborversuchen Dioxine festgestellt, die offenbar aus einer Futtermischung stammen. In dem Futter, das an fast 50 Bauernhöfe in Irland geliefert wurde, waren Polychlorierte Biphenyle (PCB) entdeckt worden. Das dioxinähnliche Gift reichert sich im Fett des Schweinefleisches an. Wenn der auch natürlich vorkommende Schadstoff über längere Zeit und in größerer Menge von Menschen eingenommen wird, wird dies mit einem erhöhten Risiko von Krebserkrankungen in Verbindung gebracht.

cvk/APF/dpa/AP

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