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09.12.2008
 

Weltwirtschaftskrise

Japan rutscht tiefer in die Rezession als erwartet

Die Exporte stocken - und das lässt die Wachstumsraten abstürzen: Japan ist tiefer in die Rezession abgerutscht als bisher angenommen. Jetzt wird spekuliert, ob die Zentralbank den Leitzins auf Null senkt.

Tokio - 0,4 Prozent Minus hatte man erwartet, jetzt sind es wohl 1,8 Prozent weniger Wachstum für das dritte Quartal 2008, wie die Regierung in Tokio am Dienstag mitteilte. Japan ist damit weitaus deutlicher in die Rezession gerutscht als Experten zunächst angenommen haben. Im dritten Quartal schrumpfte die Wirtschaft des asiatischen Landes um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, und nicht um 0,1 Prozent, wie im November angegeben. Die zweitstärkste Wirtschaftsnation der Welt steckt zum ersten Mal seit sieben Jahren in der Rezession.

Passanten in Tokio: Nachfrage nach japanischen Produkten lässt nach
REUTERS

Passanten in Tokio: Nachfrage nach japanischen Produkten lässt nach

Ein Grund für den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts sind die rückläufigen Investitionen der Unternehmen. Zu schaffen macht dem Land, das stark vom Export abhängig ist, auch die angesichts der lahmenden Weltwirtschaft sinkende Nachfrage nach japanischen Produkten, vor allem Autos. Analysten rechnen nun damit, dass die Zentralbank ihren Leitzins von derzeit 0,3 Prozent auf null Prozent senken könnte.

Auch die größte asiatische Exportnation China kommt durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise unter Druck: Chinas Exporte sind erstmals seit sieben Jahren zurückgegangen. Die Bekanntgabe der offiziellen Zahlen für November wird zwar erst an diesem Mittwoch erwartet. Allerdings berichtete die Zeitung "21st Century Business Herald" bereits, dass der Wert der Ausfuhren auf etwas mehr als hundert Milliarden Dollar gesunken sei.

Der Wirtschaftsexperte und Berater der Zentralbank, Fan Gang, bestätigte am Dienstag in Peking auf einem Wirtschaftsforum den Rückgang der Ausfuhren im November. "Das industrielle Wachstum wird um die fünf Prozent liegen und das Exportwachstum negativ sein", wurde Fan Gang zitiert.

An diesem Mittwoch geht nach drei Tagen die jährliche Wirtschaftskonferenz der chinesischen Führung zu Ende, die über Wege aus der Krise und den wirtschaftspolitischen Kurs im neuen Jahr beraten soll. Im Mittelpunkt steht das angekündigte Konjunkturprogramm mit einem Umfang von umgerechnet 455 Milliarden Euro. Davon sollen 45 Prozent in den Bau von Eisenbahnen, Straßen, Flughäfen oder andere Infrastrukturprojekte fließen, um Beschäftigung und Einkommen zu sichern.

sam/AFP/dpa

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