Tokio - 0,4 Prozent Minus hatte man erwartet, jetzt sind es wohl 1,8 Prozent weniger Wachstum für das dritte Quartal 2008, wie die Regierung in Tokio am Dienstag mitteilte. Japan ist damit weitaus deutlicher in die Rezession gerutscht als Experten zunächst angenommen haben. Im dritten Quartal schrumpfte die Wirtschaft des asiatischen Landes um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, und nicht um 0,1 Prozent, wie im November angegeben. Die zweitstärkste Wirtschaftsnation der Welt steckt zum ersten Mal seit sieben Jahren in der Rezession.
Passanten in Tokio: Nachfrage nach japanischen Produkten lässt nach
Auch die größte asiatische Exportnation China kommt durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise unter Druck: Chinas Exporte sind erstmals seit sieben Jahren zurückgegangen. Die Bekanntgabe der offiziellen Zahlen für November wird zwar erst an diesem Mittwoch erwartet. Allerdings berichtete die Zeitung "21st Century Business Herald" bereits, dass der Wert der Ausfuhren auf etwas mehr als hundert Milliarden Dollar gesunken sei.
Der Wirtschaftsexperte und Berater der Zentralbank, Fan Gang, bestätigte am Dienstag in Peking auf einem Wirtschaftsforum den Rückgang der Ausfuhren im November. "Das industrielle Wachstum wird um die fünf Prozent liegen und das Exportwachstum negativ sein", wurde Fan Gang zitiert.
An diesem Mittwoch geht nach drei Tagen die jährliche Wirtschaftskonferenz der chinesischen Führung zu Ende, die über Wege aus der Krise und den wirtschaftspolitischen Kurs im neuen Jahr beraten soll. Im Mittelpunkt steht das angekündigte Konjunkturprogramm mit einem Umfang von umgerechnet 455 Milliarden Euro. Davon sollen 45 Prozent in den Bau von Eisenbahnen, Straßen, Flughäfen oder andere Infrastrukturprojekte fließen, um Beschäftigung und Einkommen zu sichern.
sam/AFP/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Finanzkrise ab 2007 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH