Wirtschaft



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09.12.2008
 

Edeka-Plus-Fusion

Kartellamt genehmigt neuen Discountkoloss

Der Weg für die Riesenfusion ist frei. Das Bundeskartellamt hat Edeka die Übernahme von Plus genehmigt. Deutschlands größter Lebensmittelhändler kann damit die Discount-Giganten Aldi und Lidl angreifen.

Hamburg/Bonn - Die Edeka-Gruppe kann zum 1. Januar 2009 mehr als 2300 Filialen der Tengelmann-Tochter Plus übernehmen. Das Kartellamt habe nach monatelanger Prüfung grünes Licht für die Übernahme gegeben, teilte Edeka am Dienstag in Hamburg mit. Die meisten der Märkte werden bis Mitte 2010 bei der Edeka-Tochter Netto integriert. Rund 750 Plus-Märkte behalten ihren Namen und werden unter einem neuen Konzept fortgeführt.

Leuchtreklamen von Edeka und Plus: Übernahme genehmigt
DPA

Leuchtreklamen von Edeka und Plus: Übernahme genehmigt

Die Übernahme war eigentlich bereits für die erste Hälfte des Jahres geplant gewesen, hatte sich dann aber verzögert. Der neue Discounter wird mit einem Umsatz von rund zehn Milliarden Euro und 3800 Filialen vor allem den Branchenführern Aldi und Lidl Konkurrenz machen. Alle 27.000 Mitarbeiter werden von Netto übernommen.

Das neue Unternehmen solle weiterhin expandieren und rund 170 neue Märkte pro Jahr eröffnen, teilte Edeka mit. Durch die Übernahme von Plus steigt die Zahl der Mitarbeiter in der Edeka- Gruppe auf rund 253.000 Mitarbeiter, der Umsatz der genossenschaftlich organisierten Handelsgruppe auf rund 43 Milliarden Euro.

Die Wettbewerbshüter hatten den Zusammenschluss zwar bereits im Juni grundsätzlich gebilligt. Ihr "Ja" hatten sie jedoch davon abhängig gemacht, dass insgesamt 357 Plus-Filialen in Regionen mit einem besonders hohen Edeka-Marktanteil an andere Wettbewerber verkauft würden. Außerdem mussten Edeka und der bisherige Plus-Eigentümer Tengelmann auf eine geplante Einkaufskooperation verzichten.

Diese Bedingungen seien nun erfüllt, damit könne Edeka Plus übernehmen und unter dem Namen "Netto Marken-Discount" weiterführen, erklärte das Kartellamt. Von den 357 abzugebenden Plus-Filialen wurden laut Kartellamt 313 von Rewe übernommen. Weitere sechs Standorte gingen an die baden-württembergischen Handelskette Okle und eine Filiale an Lidl. Ingesamt 37 Standorte müssen geschlossen werden, das sich kein Erwerber fand.

Die unabhängige Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam Deutschland hat die Fusion mehrfach kritisiert. Bereits jetzt verfügten die sechs größten Lebensmittelkonzerne Aldi, Lidl, Edeka, Tengelmann, Rewe und Metro über einen Marktanteil von etwa 90 Prozent, sagte ein Sprecher. Die Fusion verstärke diese Marktkonzentration und führe zu einer Zunahme der Einkaufsmacht, die voraussichtlich in einer Verschärfung des Preiswettbewerbs und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern ende.

ssu/AP/dpa

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