Tokio - Sony spart drastisch: Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Konsumelektronik will Investitionen drosseln, Produktion auslagern und sich von unprofitablen Geschäftsbereichen trennen. Auf diese Weise sollen bis März 2010 umgerechnet mehr als 340 Millionen Euro eingespart werden. Das gab der krisengeplagte Konzern am Dienstag bekannt.
Besonders drastisch treffen die Sparmaßnahmen die Sony-Mitarbeiter. 8000 Festangestellte im Elektronikbereich müssen gehen, das sind fünf Prozent der weltweiten Belegschaft in der Sparte. Außerdem fallen 8000 Zeitarbeiter-Jobs weg.
Dazu plant Sony die Zahl der Fertigungsstätten in aller Welt von derzeit 57 bis zum März 2010 um rund zehn Prozent zu reduzieren. Die bislang geplanten Investitionen in der Elektroniksparte sollen zum kommenden Geschäftsjahr um 30 Prozent gekürzt werden.
Der drastische Restrukturierungsplan kommt zu einer Zeit, da Sonys Erträge einbrechen. Angesichts des rapide verschlechterten Umfelds erwartet der Konzern für das noch bis zum 31. März 2009 laufende Geschäftsjahr einen Reingewinn von 150 Milliarden Yen statt der zuvor angepeilten 240 Milliarden Yen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Gewinnrückgang von 59 Prozent.
Grund für den Gewinneinbruch sind der gestiegene Yen, der verschärfte Preiskrieg und die Weltwirtschaftskrise. "Die von den USA ausgegangene Finanzkrise hat ernste Auswirkungen auf die Realwirtschaft - nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, Japan und den aufstrebenden Volkswirtschaften gehabt", sagte Vize-Präsident Naofumi Hara. Der Konzern erwirtschaftet fast 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland.
In der Kernsparte Elektronik sank der operative Ertrag im zweiten Quartal um 40,5 Prozent auf 75,6 Milliarden Yen. Gerade im Elektronikbereich, der nach Darstellung von Sony am stärksten durch den Wirtschaftsabschwung betroffen ist, hatte der Konzern bereits einige kurzfristige Maßnahmen getroffen, wie eine Anpassung der Produktion, eine Verringerung der Lagerbestände und einer Senkung der Ausgaben.
ssu/AP/dpa
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