Berlin - Alarmsignale aus der Industrie: Die Auftragseingänge in der Metall- und Elektroindustrie sind allein im Oktober um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen, berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf den Arbeitgeberverband Gesamtmetall.
Bis in den September hinein habe die Branche noch einen Zuwachs an Beschäftigung verzeichnen können, fügte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hinzu. "Seitdem ist der Job-Aufbau zum Stillstand gekommen." Für 2009 kündigte Kannegiesser Einschnitte an: "Wir werden um einen Personalabbau nicht herumkommen."
Wegen der schwierigen Lage dürften viele Unternehmen dann die Klausel zur zeitweiligen Aussetzung der Lohnsteigerung in Anspruch nehmen, die im jüngsten Tarifvertrag vereinbart wurde. "Wir erwarten von der IG Metall, dass sie hier nicht hinter den Kulissen bremst", erklärte der Gesamtmetallchef.
Mit Blick auf den Konjunkturgipfel am kommenden Wochenende warnte Kannegiesser vor einer drohenden Kreditklemme bei Unternehmen. Er forderte die Bundesregierung deswegen dazu auf, stärker auf die Banken einzuwirken. "Wenn Banken den Notwendigkeiten der Realwirtschaft nicht mehr gerecht werden, dann muss die Politik eingreifen. Die Banken können sich nicht auf Kosten der Allgemeinheit unter den Rettungsschirm begeben, dann aber nichts für die Allgemeinheit tun", sagte der Gesamtmetallchef.
Es sei schwieriger geworden, an Darlehen zu kommen, hieß es weiter. Für die Industrie sei mit am wichtigsten, dass die Finanzierung der Unternehmen gesichert bleibe. Dafür habe die Regierung mit dem Bankenrettungspaket "sehr schnell und sehr entschlossen die Weichen" gestellt. "Jetzt kommt es aber auf die Umsetzung an", erklärte Kannegiesser: "Die Banken müssen den Unternehmen helfen, die im Prinzip gesund und nur durch die konjunkturellen Verwerfungen in Schwierigkeiten geraten sind."
suc/AFP/dpa-AFX
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