Frankfurt am Main - Herbe Verluste bei Bank- und Autoaktien haben die deutschen Aktienindizes am Freitag zu Handelsbeginn deutlich in die Verlustzone geschickt. Der Leitindex Dax
fiel in den ersten Minuten um rund vier Prozent - dabei hatte er in dieser Woche in Erwartung einer Annahme des Rettungspaketes für die Autobauer noch rund neun Prozent gewonnen. Auch der MDax
und der TecDax
gaben nach.
Ford-Händler: Aktien des Autobauers stürzten ab
Besonders schwach tendierten Autowerte. So fielen Daimler-Aktien
um sieben Prozent, BMW-Papiere
um zeitweise über sechs Prozent und VW-Titel um rund zwei Prozent. Die Aktien des Lkw-Bauers MAN
büßten zeitweise vier Prozent ein. Anleger warten nun gespannt auf die anstehenden US-Daten, etwa die Handelsbilanz und die Import- und Exportpreise.
Die Anleger reagierten schockiert, nachdem der
Rettungsplan für die US-Autoindustrie gescheitert war. Nach vielen Gesprächen zwischen Regierung, Kongress und den drei Autobauern GM
, Chrysler und Ford
waren Überbrückungshilfen von 14 Milliarden Dollar bis Ende März ausgehandelt worden. Eigentlich hatten die Autobauer insgesamt um 34 Milliarden Dollar gebeten.
Das US-Repräsentantenhaus winkte die Notkredite am Mittwoch durch. Im Senat fand der Plan am Donnerstag auch nach stundenlangen Verhandlungen jedoch keine Mehrheit. Damit bestehen kaum noch Chancen auf eine Verabschiedung durch den US-Kongress noch in diesem Jahr.
Auch Bankenwerte standen unter Druck, was Händler auf schlechte Nachrichten aus der US-Finanzbranche zurückführten. Die Deutsche Bank
verlor sechs Prozent, die Commerzbank
rund vier Prozent.
Die Börsen verbuchten weltweit Verluste: In Tokio fiel der Nikkei-Index
um 5,6 Prozent und schloss bei 8235 Punkten. Die US-Börsen hatten angesichts der wachsenden Zweifel über eine Verabschiedung des Rettungspaketes im Senat schon am Vorabend nach Handelsschluss in Europa ihre Verluste ausgeweitet. Der Dow Jones
fiel um 2,2 Prozent, der Nasdaq
um 3,7 Prozent. Beide Indizes hatten am Nachmittag nur leicht im Minus notiert.
GM-Papiere büßten 10,4 Prozent und Ford
10,8 Prozent ein. Der größte Verlierer im Dow waren mit einem Minus von 10,7 Prozent aber die Aktien von JP Morgan Chase,
nachdem Konzernchef Jamie Dimon das abschließende Quartal als furchtbar bezeichnet hatte.
cvk/dpa-AFX/Reuters
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