New York - Jahrelang galt die Investmentbank Goldman Sachs als Gewinngarant. Doch die Finanzkrise beendet nun die Erfolgsgeschichte. In den Monaten September bis November häufte die Bank unter dem Strich einen Verlust von 2,12 Milliarden Dollar an, teilte Goldman Sachs am Dienstag mit. Je Aktie entspricht das einem Minus von 4,97 Dollar.
Goldman-Sachs-Zentrale in New York: Erster Quartalsverlust seit dem Börsengang
Der Quartalsverlust hatte sich angekündigt. Bereits Anfang Dezember hatte das "Wall Street Journal" über einen drohenden Gewinneinbruch berichtet. Auch im gesamten Geschäftsjahr 2007/2008 hinterließ die Finanzkrise deutliche Spuren. Nach einem Rekordergebnis im Vorjahr brach der Gewinn nun um 80 Prozent auf 2,32 Milliarden Dollar ein. Dabei hatte sich Goldman Sachs bislang besser geschlagen als viele Konkurrenten und stets schwarze Zahlen geschrieben.
Die stockende Refinanzierung am Finanzmarkt im Sog der Lehman-Pleite zwang das 139 Jahre alte Geldhaus Mitte September zu einem radikalen Kurswechsel: Goldman gab den Status als reine Investmentbank auf und wandelte sich in eine Geschäftsbank, um so besseren Zugang zu liquiden Mitteln zu bekommen.
Als Bankholding bekam Goldman Zugang zu Notenbankkrediten, musste sich im Gegenzug aber auch stärkeren Kontrollen unterwerfen und seine Verschuldung reduzieren. Zur Aufstockung seines Kapitals erhielt Goldman bereits eine staatliche Geldspritze aus dem US-Bankenrettungspaket und holte sich zudem den Investor Warren Buffet mit ins Boot.
An der Börse sorgten die Goldman-Zahlen für Kursverluste bei Bankaktien. So gab die Deutsche Bank am Nachmittag einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Händler verwiesen auf enttäuschende Quartalszahlen der US-Investmentbank.
suc/dpa/dpa-AFX/Reuters
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