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04.01.2009
 

Ausblick 2009

Der Weltwirtschaft steht das Schlimmste noch bevor

Von Sebastian Dullien

Weltweit kämpfen Staaten gegen die Wirtschaftskrise. Die bangen Blicke von Managern, Politikern und Ökonomen richten sich jetzt auf 2009, in der Hoffnung, dass das kommende Jahr wieder besser wird. Dafür gibt es allerdings kaum Anzeichen - im Gegenteil.

Berlin - Immer wieder hieß es in den vergangenen Wochen, seriöse Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung im kommenden Jahr seien kaum zu erstellen. Zu wenig wisse man über den genauen Ablauf von Finanzkrisen, führte etwa Klaus Zimmermann aus, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) – um dann vorzuschlagen, doch am besten ganz auf Prognosen zu verzichten.

Containerschiffe im Hafen von Hamburg: Düstere Aussichten für 2009
DPA

Containerschiffe im Hafen von Hamburg: Düstere Aussichten für 2009

Doch wer die aktuelle Entwicklung rund um den Globus näher betrachtet, stellt fest, dass die Unsicherheitsthese leider nur zu einem Teil stimmt. Zwar wissen wir nicht, wie übel genau das kommende Jahr wirtschaftlich wird. Eins ist aber klar: Es wird böse. Bislang haben wir von den Folgen der Finanzkrise und dem aktuellen Abschwung erst den Anfang gesehen.

Zum Autor

Sebastian Dullien, Jahrgang 1975, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und Senior Policy Fellow beim European Council on Foreign Relations. Er beschäftigt sich vor allem mit der Euro-Krise.
2009 wird ein Jahr der schrumpfenden Wirtschaftsleistung, steigender Arbeitslosigkeit und wachsender Staatsdefizite – nicht nur in Deutschland, sondern auch im Rest der industrialisierten Welt. Die Schwellenländer, lange Zeit als Felsen in der Brandung betrachtet, werden ebenfalls leiden: Das Wachstum in Staaten wie Indien, China und Russland wird einbrechen, die Arbeitslosigkeit steigen.

Selbst neue Währungs- und Schuldenkrisen sind nicht auszuschließen. Weltweit werden die Zentralbanken zudem mit einer neuen heimtückischen Gefahr konfrontiert sein: der Deflation. Fallenden Rohstoffpreisen werden fallende Preise für Industrieprodukte folgen. Die Schuldenlast von Unternehmen und Staaten droht zu steigen, Zahlungsunfähigkeit von Firmen und Regierungen und weitere Bankenzusammenbrüche könnten folgen.

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