Moskau - Im Gasstreit mit der Ukraine hat der russische Gasmonopolist Gasprom die Vorbereitungen für einen Lieferstopp getroffen. Der Konzern habe am Dienstag einen "operativen Stab" gebildet zur Aussetzung der Gaslieferungen, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller dem Staatsfernsehen Westi. Es blieben nur noch wenige Stunden zur Lösung des Konflikts. Wenn bis Silvester die Schulden von umgerechnet mehr als 1,5 Milliarden Euro nicht bezahlt seien, werde der Gashahn zum 1. Januar abgedreht, drohte Miller erneut.
Gas-Pipeline in der Ukraine: Das Land hofft auf Lösung in letzter Minute
Auf Deutschland hat der Streit wohl nur geringe Auswirkungen: Die Bundesregierung erwartet keine Probleme. Die deutschen Gasversorger hätten versichert, dass es keine Engpässe geben werde, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Berlin.
Vor drei Jahren hatte ein ähnlicher Streit zwischen Moskau und Kiew zu Lieferengpässen in Europa geführt. Gasprom hat zwar zugesichert, das für den Transit nach Deutschland und in andere EU-Staaten bestimmte Gas weiter zu liefern.
Allerdings hatte Moskau die Regierungen in Europa darüber informiert, dass die Ukraine zur Deckung des eigenen Bedarfs das Gas möglicherweise illegal abzapfen könnte. Rund 80 Prozent des für Westeuropa bestimmten russischen Gases fließen durch eine Pipeline über ukrainisches Territorium. Gasprom-Chef Miller schloss in einem Brief an seine europäischen Kunden Beeinträchtigungen wegen des Streits mit der Ukraine nicht aus.
cvk/AFP/AP
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