Charlotte/New York - Der US-Finanzkonzern Bank of America bekommt aufs Neue Staatsgeld: 20 Milliarden Dollar in bar soll der angeschlagene Finanzriese erhalten, teilte die US-Regierung am Freitag in Washington mit.
Bank-of-Amerika-Zentrale in North Carolia: Neue Staatshilfen bewilligt
Die Bank of America und Merrill Lynch erhielten ebenso wie die Citigroup
bereits im Oktober jeweils 25 Milliarden Dollar aus dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket der Regierung für die Finanzbranchen, dessen zweite Hälfte gerade
am Donnerstag vom Kongress freigegeben wurde. Die Citigroup erhielt als erste Bank im November eine zweite Finanzspritze über zusätzliche 20 Milliarden Dollar.
Mit Spannung erwartet werden die Zahlen für das Schlussquartal, die die Bank of America gegen 13 Uhr MEZ vorlegt. In dem Geschäftsbericht stehen auch die Daten zum Verlauf des Gesamtjahres 2008. Analysten halten trotz eines massiven Gewinneinbruchs im Schlussquartal 2008 noch ein knappes Plus für möglich. Die Bank steuerte bislang ohne Quartalsverlust durch die Finanzkrise.
Auch die Citigroup zog die Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen auf Freitag vor. Analysten rechnen damit, dass die einst größte US-Bank das fünfte Quartal in Folge einen Milliardenverlust ausweisen muss. In den vergangenen vier Quartalen erlitt das Geldhaus Verluste von insgesamt mehr als 20 Milliarden Dollar.
In Finanzkreisen hieß es, die Citigroup werde ihr Geschäftsmodell zusammenstreichen. Rund ein Drittel des Finanzriesen soll demnach abgespalten werden. Überdies könnte dem einstigen Branchenprimus Marktgerüchten zufolge sogar eine komplette Verstaatlichung drohen.
An der Börse brach die Citigroup am Donnerstag um mehr als 15 Prozent auf nur noch 3,83 Dollar ein. Die Bank of America stürzte sogar um mehr als 18 Prozent auf 8,32 Dollar ab.
ssu/AP/dpa-AFX
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