Von Arvid Kaiser
Commerzbank in Frankfurt: Der Staat vergibt Kredite
Größe und Macht sind dahin, und auch die scharfe Trennung der drei Säulen löst sich zusehends auf. Jetzt geht es in all diesen Häusern nicht mehr ohne staatliches Kapital.
Bei der Commerzbank
ist der Fall klar:
18,2 Milliarden Euro bekommt Martin Blessings Institut vom Staat - eine der größte Kapitalspritzen in der europäischen Bankenlandschaft. Der Bund übernimmt eine Sperrminderheit von 25 Prozent und zahlt dafür einen Preis, mit dem er die ganze Bank fünfmal kaufen könnte - genug, um die Übernahme der maroden Dresdner Bank von der Allianz
zu retten und dem Mittelstand Milliardensummen an neuen Krediten anzubieten.
Auch Josef Ackermanns Legende, seine Deutsche Bank
sei "die einzige verbliebene große Investmentbank weltweit, an der weder Staatsfonds noch die Steuerzahler beteiligt sind", verblasst.
Die indirekte Beteiligung von drei Prozent, die der Bund bald über die KfW und die Deutsche Post
hält, ist zwar gering. Der erklärte Wille der Post, sich zügig von ihren Deutsche-Bank-Aktien zu trennen, erscheint angesichts der eingebauten Kurssicherung glaubwürdig. Dennoch: Selbst der Global Player Deutsche Bank, der lange wie ein Krisengewinner aussah, benötigt über die Bande gespielt die Hilfe der Bürger.
Das wird bislang noch etwas kaschiert. Deutlicher könnte es werden, wenn auch die künftige Tochter Postbank
auf Staatsgeld zugreift. Angesichts ihrer chronischen Kapitalschwäche und eines erwarteten Jahresverlustes für 2008 gilt das Bonner Institut als nächster heißer Kandidat für den Rettungsfonds Soffin. Damit Ackermann sich nicht schämen muss, hat er sich für diesen Fall eine goldene Brücke gebaut.
Die Entscheidung liege allein beim Postbank-Vorstand, lässt er wissen. "Sie sind eine andere Bank, wir sind nur Aktionäre." Großaktionäre zwar, mit einem Anteil von 22,9 Prozent und der Option auf eine Mehrheit, doch dem Recht, sich fein herauszuhalten. Sollte das Kapital ohne Staatshilfe erhöht werden, müsste aber auch die Deutsche Bank tief in die Tasche greifen und sich mit 30 Prozent daran beteiligen. Der Gang zum Soffin käme ihr also sicher gelegen.
Als Nächstes dürfte die
Hypo Real Estate
dran sein, bis Dezember noch die Nummer vier der im Dax vertretenen Banken. Nachdem nicht einmal Bürgschaften von 80 Milliarden Euro ausreichen, um den Immobilien- und Staatsfinanzierer über Wasser zu halten, wird in Berlin sogar über eine Mehrheitsübernahme und anschließende Zerschlagung diskutiert. Dann würde die von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) schon früh ins Spiel gebrachte "geordnete Abwicklung" Wirklichkeit - und die 2007 übernommene Depfa wäre wieder in öffentlicher Hand.
Auf anderen Social Networks posten:
Ich seh das ein klein wenig anders. Hab mir das jetzt mal auf das wesentliche kleingerechnet, verständlich für Jedermann. Staat gibt 18,2 Mrd Euro an Commerzbank Commerzbank zahlt 5 Mrd Euro an Allianz für Dresdner Bank [...] mehr...
Nicht der Staat hat die Wirtschaft verstaatlicht, das sieht nur so aus,die Wirtschaft hat den Staat als Beute privatisiert. mehr...
...... Vielleicht muß eines Tages die Geschichte umgeschrieben werden und es stellt sich heraus, daß nicht die marktwirtschaftlich-kapitalische BRD, sondern die staatswirtschaftliche DDR die Wiedervereinigung letztlich [...] mehr...
das kommt stets wieder. Man greift doch immer wieder gern auf alte Erfahrungen zurück. http://www.jungewelt.de/2009/01-17/015.php So wie es angeblich sozial sein soll, sich von Anderen den eigenen Reichtum erarbeiten zu [...] mehr...
was denn, was denn ? Erst die Privatinvestoren mit boesartiger Kursgewinnsteuer in Abgeltungsform ohne Werbekosten vom Platz stellen und trotzdem nicht mit den eigenen Steuergeldern weiterspielen wollen ? Jetzt darf der [...] mehr...
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