Stuttgart/Düsseldorf - Die LBBW ruft nach staatlicher Hilfe: Der Chef der größten deutschen Landesbank, Siegfried Jaschinski, schließt den Griff nach dem Rettungsschirm der Bundesregierung nicht mehr aus. "Wir brauchen eine Eigenkapitalerhöhung um fünf Milliarden Euro, um gemeinsam mit unseren Kunden diese Krise durchstehen zu können", sagte Jaschinski der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Sollten die Eigner der angeschlagenen Landesbank Baden-Württemberg diese Finanzhilfe nicht aufbringen, müsse die Bank wegen fehlenden Eigenkapitals Kreditlinien kürzen, warnte Jaschinski. Eine weitere Alternative wäre es, unter den Rettungsschirm der Bundesregierung zu schlüpfen.
Die Eigenkapitalquote der LBBW liegt derzeit bei sechs Prozent. Die Eigner der LBBW - Land, Sparkassen, Stadt Stuttgart, L-Bank und Sparkassenverband Rheinland-Pfalz - hatten ursprünglich zugesagt, das Kapital der Landesbank um fünf Milliarden Euro aufzustocken. Zuletzt sollen jedoch der Sparkassenverband und die Stadt Stuttgart Zweifel angemeldet haben.
Jaschinski äußerte sich in dem Gespräch mit der "FAZ" jedoch zuversichtlich, weiter die Rückendeckung der Eigentümer zu haben. "Es geht nicht um Treueschwüre. Ich kann mich über fehlenden Zuspruch nicht beklagen", erklärte der Manager.
LBBW warnt vor den Folgen des Abschwungs
Zudem warnte der LBBW-Chef vor den Folgen der Rezession: "Noch haben wir keine Welle von Unternehmensinsolvenzen. Aber die Produktionskürzungen in der Automobilindustrie verschlechtern die Bonität der Zulieferer und deshalb hat die LBBW erste Wertberichtigungen", erklärte Jaschinski. Die Monate September und Oktober seien sehr schlecht gewesen. "Im November waren die Belastungen geringer und im Dezember war eine Seitwärtsbewegung festzustellen."
Die LBBW hatte im Jahr 2008 schon nach neun Monaten einen Verlust von rund 800 Millionen Euro ausgewiesen. Insgesamt sollen sich die Verluste in Folge der Finanzkrise im zurückliegenden Jahr auf zwei Milliarden Euro belaufen.
suc/dpa-AFX
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