Brüssel - Die EU-Kommission rechnet für Deutschland mit einer kräftigen Rezession im laufenden Jahr. Für 2009 sei von einer um 2,3 Prozent schrumpfenden Wirtschaftsleistung auszugehen, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. Bislang hatte sie eine stagnierende Wirtschaft angenommen.
Industrieproduktion in Deutschland: Vom globalen Abschwung getroffen
Die Kommission begründet ihren ungünstigen Wachstumsausblick vor allem mit der kräftigen Eintrübung des Welthandels. Aufgrund ihrer hohen Exportabhängigkeit sei die deutsche Wirtschaft besonders stark von dem globalen Wirtschaftsabschwung betroffen.
Zudem dürften ungünstigere Finanzierungsbedingungen auf den Investitionen der Unternehmen lasten. Stützend sollten indes die private und vor allem öffentliche Nachfrage wirken. Die beiden deutschen Konjunkturprogramme verhinderten dabei das Schlimmste. Mit einer Erholung des Wachstums sei aber frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2009 zu rechnen.
Das deutsche Haushaltsdefizit werde wegen der zwei Konjunkturpakete der Bundesregierung und des Rückgangs der Steuereinnahmen voraussichtlich auf 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen und damit nur knapp unter der Neuverschuldungsgrenze des EU-Stabilitätspakts von drei Prozent bleiben. Für 2010 erwartet die Kommission dagegen erstmals innerhalb von fünf Jahren eine deutliche Überschreitung dieser Marke: Das deutsche Haushaltsdefizit werde dann voraussichtlich auf 4,2 Prozent des BIP hochschnellen.
Die Wirtschafts- und Finanzkrise beschert ganz Europa eine Rezession: Auch in der EU macht sich die Krise mit einem Minus von 1,8 Prozent erstmals voll bemerkbar, heißt es in der Halbjahresvorschau der EU-Kommission. Für 2010 sehen die EU-Experten ein kleines Wachstum von 0,4 Prozent. Die EU-Kommission hat Anzeichen dafür, dass es hier schon in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder aufwärts gehen könnte.
kaz/dpa-AFX/AP/dpa
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