Düsseldorf - Ein Urteil mit Signalwirkung: Nach einem jahrelangen Verfahren um ein nachgebautes Busmodell der MAN-Tochter Neoplan verurteilte ein Gericht in Peking den chinesischen Hersteller Zhongwei Passenger Bus zu Schadensersatz in Höhe von rund 20 Millionen Yuan (2,3 Millionen Euro). Zudem darf das fragliche Modell nicht mehr verkauft werden. Das berichten "Handelsblatt" und "Welt" am Donnerstag übereinstimmend.
"Wir freuen uns über das Urteil", wird ein MAN-Sprecher im "Handelsblatt" zitiert. "Wir hatten stets Vertrauen in die Verlässlichkeit des chinesischen Rechtssystems." Der vorläufige Sieg von MAN
habe auch wegen der Höhe der Geldstrafe Signalwirkung, schreibt die Zeitung weiter. Bislang hatten Chinas Gerichte meist nur sehr geringe Schadensersatzzahlungen angeordnet. Der chinesische Hersteller kündigte allerdings an, Rechtsmittel einlegen zu wollen.
MAN hatte 2006 Klage eingereicht, nachdem Zhongwei das Design des Neoplan-Luxusreisebusses "Starliner" "absolut augenfällig" kopiert hatte. Motor, Fahrgestell und Inneneinrichtung waren jedoch von deutlich minderer Qualität. Der Bus kostete in Deutschland rund 350.000 Euro, die Chinesen verlangten für die Kopie nicht einmal ein Drittel. In der Zwischenzeit habe Zhongwei aber das Design seines Busses geändert, hieß es.
cvk/dpa
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