Washington - Gerade erst hat die US-Großbank Citigroup 45 Milliarden Dollar Staatshilfe erhalten. Einen Teil des Geldes will die Unternehmensführung offenbar gleich wieder ausgeben: Trotz ihrer desolaten finanziellen Lage will sich das Institut Kreisen zufolge für 50 Millionen Dollar einen neuen Firmenjet zulegen. Die Bank habe das Flugzeug des französischen Typs Dassault Falcon 7X vor zwei Jahren bestellt und wolle es Ende des Jahres übernehmen, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.
Citigroup-Gebäude: 45 Milliarden Dollar Staatshilfe
Eine Stornierung hätte die Bank mehrere Millionen Dollar Strafe gekostet, sagte die Person zudem. Citigroup wollte die Angaben nicht kommentieren. Die Bank unterstrich jedoch, dass es strenge Unternehmensregeln zum Einsatz der Firmenjets gebe und die Manager aufgerufen seien, wann immer möglich Linienflüge zu buchen, um Geld zu sparen. Der "New York Post" zufolge will die Citigroup zwei ältere Dassault-Maschinen für jeweils 27 Millionen Dollar verkaufen.
Citigroup
ist derzeit schwer angeschlagen:
Das Institut ist zum Jahreabschluss unerwartet tief in die roten Zahlen gerutscht. Im abgelaufenen Quartal ist ein Minus von 8,29 Milliarden Dollar aufgelaufen. Für die Bank ist es bereits der fünfte Milliardenverlust in Folge. Ein Jahr zuvor hatte der Finanzkonzern bereits einen Verlust von 9,8 Milliarden Dollar eingefahren.
Das Institut belasteten erneut Abschreibungen auf faule Kredite von mehr als sechs Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine ebenso hohe Summe für befürchtete künftige Kreditausfälle. Die Bank baute allein seit Ende September fast 30.000 Stellen ab. Insgesamt soll die Zahl der Beschäftigten nach bisherigen Plänen auf rund 300.000 sinken - rund 75.000 weniger als noch vor einem Jahr.
Carl Levin, demokratischer Senator für Michigan, rief das US-Finanzministerium umgehend auf, den Kauf des Flugzeugs zu prüfen. "Der Citigroup den Kauf eines Nobelflugzeugs - und dann auch noch ein ausländisches Fabrikat - zu erlauben, während die US-Autobauer ihre Jets verkaufen müssen, ist absurd und scheinheilig." Er forderte die Regierung unter Präsident Barack Obama auf, den Deal zu stoppen.
Die Chefs der Detroiter Autobauer GM, Ford und Chrysler hatten Ende des Jahres für Furore gesorgt als sie zu einer Anhörung vor dem Kongress in Washington, bei der sie um Milliardenhilfen des Staates warben, mit Privatjets anreisten.
cvk/Reuters
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