Wirtschaft



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27.01.2009
 

Sparprogramm

Hertie will 19 Warenhäuser schließen

Es ist ein harter Einschnitt, doch er soll den Weg frei machen für einen Neuanfang: Die insolvente Warenhauskette Hertie plant tiefe Einschnitte in ihr Filialnetz und will 19 ihrer 73 deutschen Filialen schließen.

Essen - Von der Arbeitsplatzstreichung betroffen sind 650 der derzeit noch rund 3400 Mitarbeiter des Unternehmens. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Dienstag aus gut informierten Kreisen. Schwerpunkt der Schließungen ist Nordrhein-Westfalen. Dort sollen allein zwölf Warenhäuser geschlossen werden. Am Mittwoch will der Insolvenzverwalter in Essen bekanntgeben, welche Standorte der Warenhauskette erhalten bleiben und welche geschlossen werden.

Hertie-Verkäuferin in Berlin: Betriebsversammlung am Dienstagabend
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DDP

Hertie-Verkäuferin in Berlin: Betriebsversammlung am Dienstagabend

Die Schließungen sollen voraussichtlich bis Ende März abgewickelt werden. In der Essener Zentrale des Warenhausunternehmens werden nach den Informationen 30 von 125 Arbeitsplätzen gestrichen. Das Unternehmen hat die Beschäftigten für den Dienstagabend an allen 73 Standorten sowie in der Essener Zentrale zu Betriebsversammlungen eingeladen. Zu den Inhalten wollte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Bis zur Übernahme durch Karstadt (heute Arcandor Chart zeigen) 1993 war Hertie einer der führenden Warenhauskonzerne Deutschlands. Nach dem Weiterverkauf an einen britischen Investor im Jahr 2005 blieb nur der traditionsreiche Name einer angeschlagenen Firma übrig. Jetzt soll das Unternehmen weiter schrumpfen.

Als Hertie 1993 vom Karstadt-Konzern übernommen wurde, unterhielt das Unternehmen 307 Warenhäuser und Fachgeschäfte sowie Beteiligungen an anderen Unternehmen. Nahezu alle Filialen wurden von Hertie in Karstadt umbenannt.

Im Sommer 2005 verkaufte KarstadtQuelle 74 kleinere Warenhäuser ("Karstadt Kompakt") an britische Finanzinvestoren. Diese suchten für die Kette den traditionsreichen Namen Hertie aus. Derzeit werden 73 Standorte betrieben. Ende Juli 2008 hatte Hertie aufgrund von Finanzproblemen des damaligen britischen Haupteigentümers Dawnay Day Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzverwalter Biner Bähr sucht seitdem nach einem Investor für den Kern des Unternehmens.

sam/dpa-AFX/dpa

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