Wirtschaft



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28.01.2009
 

Tarifstreit

Bahn will Streik mit neuem Angebot abwenden

Im Bahn-Tarifstreit deutet sich eine Wende an: Nach Informationen der Nachrichtenagenturen AP und Reuters will der Konzern den Gewerkschaften Transnet und GDBA ein neues Angebot vorlegen. Der angedrohte Streik soll damit offenbar in letzter Minute abgewendet werden.

Berlin - Bahn und Gewerkschaften haben die Verhandlungen am Vormittag wieder aufgenommen. Nach übereinstimmenden Angaben der Agenturen AP und Reuters hat die Bahn dabei ein neues Angebot vorgelegt, um drohende Streiks am Donnerstag noch abzuwenden. Über die Höhe des neuen Angebots wurde bislang nichts bekannt. Ein Bahn-Sprecher wollte die Meldungen im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren.

Fahrgäste am Münchner Hauptbahnhof: Streik in letzter Sekunde abgewendet?
AP

Fahrgäste am Münchner Hauptbahnhof: Streik in letzter Sekunde abgewendet?

Der Konzern verhandelt seit dem 14. Januar mit Transnet und GDBA über neue Tarifverträge. Die für rund 130.000 Beschäftigte auftretende Tarifgemeinschaft fordert zehn Prozent mehr Lohn. Parallel dazu spricht die Bahn mit der Lokführergewerkschaft GDL, die für rund 20.000 Lokführer 6,5 Prozent mehr Lohn verlangt. Die Bahn bietet bislang eine Lohnerhöhung von einem Prozent sowie je nach Wirtschaftsergebnis des Konzerns Einmalzahlungen in Höhe von maximal 1000 Euro.

Nachdem bei den Verhandlungen keine Einigung abzusehen war, hatte die Tarifgemeinschaft zu Wochenbeginn Warnstreiks angekündigt. Erste Arbeitskämpfe waren für Donnerstag geplant. Wo und wann genau gestreikt werden soll, wollte die Gewerkschaft am Mittwoch gegen 13 Uhr bekanntgeben.

Zuvor hatte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner nur gesagt, dass es sich um "punktuelle Aktionen" handeln werde. Man wolle nicht die gesamte Republik lahmlegen, sagte Kirchner der "Frankfurter Rundschau". Das System Bahn sei aber so vernetzt, dass automatisch alle Bereiche betroffen seien. Auch wenn nur Güterverkehr oder Stellwerke bestreikt würden, werde dies wegen stehengebliebener Züge auch Auswirkungen auf den Personennah- und Fernverkehr haben.

Kirchner verteidigte zudem die Forderungen der Tarifgemeinschaft. Nach Ansicht von Transnet und GDBA mussten die Bahn-Beschäftigten seit Mitte der neunziger Jahre stets Lohnabschlüsse hinnehmen, die weit unter dem lagen, was in anderen Branchen wie der Metall- und Chemieindustrie vereinbart wurde.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn habe in der Vergangenheit zugesagt, beim Lohn nachzulegen, sollte es dem Unternehmen besser gehen. "In dieser Situation sind wir jetzt", sagte Kirchner, der auf die Unternehmensgewinne von jeweils mehr als 1,6 Milliarden Euro in 2007 und 2008 verwies. "Jetzt sagen die Kollegen berechtigterweise: Nun muss ein Stückchen das wahrgemacht werden, was vorher versprochen wurde."

ssu/AFP/AP/Reuters

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