Wirtschaft



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28.01.2009
 

EADS-Konkurrent

Boeing streicht 10.000 Stellen

Boeing in der Krise: Der US-Flugzeughersteller und EADS-Konkurrent verzeichnet hohe Quartalsverluste. Das liege unter anderem an wochenlangen Streiks der Mechaniker, sagt das Unternehmen. Wegen der schlechten Marktlage werden Tausende Boeing-Mitarbeiter entlassen.

Chicago - Beim angeschlagenen US-Flugzeugbauer Boeing steht ein Job-Kahlschlag bevor: Wegen der schlechten Marktlage will das Unternehmen in diesem Jahr Tausende Angestellte entlassen. Etwa 10.000 von derzeit 160.000 Stellen sollen wegfallen, kündigte Boeing-Chef Jim McNerney am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten an. Der Abbau von Jobs könne nur zum Teil durch die Streichung frei werdender Stellen umgesetzt werden.

Boeing-Projekt Dreamliner: Auslieferung mehrmals verschoben
AFP

Boeing-Projekt Dreamliner: Auslieferung mehrmals verschoben

Gleichzeitig gab Boeing einen Verlust von 56 Millionen Dollar im letzten Jahresquartal 2008 bekannt. Im gesamten abgelaufenen Jahr sank der Gewinn demnach im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar, der Umsatz gab um acht Prozent nach und erreichte 60,9 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Boeing Chart zeigen, der schärfste EADS-Konkurrent, noch eine Milliarde Dollar Gewinn gemacht.

Unterm Strich stand im Schlussquartal auch wegen großer Probleme bei neuen Flugzeugtypen ein Minus von 56 Millionen US-Dollar. Der Umsatz brach durch die Lieferausfälle um 27 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar ein, wie Boeing in Chicago mitteilte.

Für die schlechten Zahlen machte das Unternehmen unter anderem den Streik seiner 27.000 Mechaniker von September bis November verantwortlich, der zu Produktions- und Lieferverzögerungen geführt hatte. Ohne den Tarifstreit wäre im vierten Quartal 2008 ein Gewinn von 760 Millionen Dollar zu verzeichnen gewesen, hieß es in einer Erklärung. Zusätzlich zu dem Ausstand hätten sich etwa die Kosten für die Überarbeitung des Designs für das 747-Frachtflugzeug negativ auf die Bilanz ausgewirkt.

Zuletzt musste Boeing das Prestigeprojekt 787 "Dreamliner" erneut verschieben. Der Langstreckenflieger soll nun erstmals bis Mitte dieses Jahres abheben und im ersten Quartal 2010 an den ersten Kunden ausgeliefert werden - rund zwei Jahre später als geplant. Trotz Rekordbestellungen droht dem "Dreamliner" damit immer mehr Konkurrenz vom Airbus A350. Boeing spricht zudem weiter mit Kunden über Schadensersatz wegen der Verzögerungen.

Im abgelaufenen Jahr fiel Boeing bei Neubestellungen und Auslieferungen hinter seinen europäischen Konkurrenten Airbus zurück. 2008 gingen bei Boeing nach Firmanangaben 662 Bestellungen ein, 375 Maschinen wurden ausgeliefert. Airbus registrierte 777 Bestellungen und 483 Auslieferungen.

cvk/dpa-AFX/AFP/Reuters

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