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31.01.2009
 

Hilfe für Dax-Konzerne

Auf dem Weg in die Staatswirtschaft

Von Arvid Kaiser und Kai Lange

Noch wehrt sich Finanzminister Peer Steinbrück gegen Staatshilfe für Schaeffler und Continental. Er befürchtet einen Dammbruch. Doch ein - fiktives - Szenario zeigt: Der Weg zur Staatshilfe für alle 30 Dax-Konzerne ist gar nicht mehr weit.

Maria-Elisabeth Schaeffler hat Nerven. Wie wäre es mit Krediten vom Bund? Oder Bürgschaften? Brancheninsider erzählen von dem Vorschlag, der Staat solle ihrem Unternehmen auch Aktien des Übernahmeziels Continental Chart zeigen abkaufen. So würde der Steuerzahler den beiden Unternehmen die Last von 22 Milliarden Euro Schulden in der Absatz- und Finanzkrise erleichtern. Vor allem würde er der Milliardärin die gewagte Übernahme von Continental sichern.

Conti-Käuferin Schaeffler: Hilfe für einen zweiten nationalen Champion
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Getty Images

Conti-Käuferin Schaeffler: Hilfe für einen zweiten nationalen Champion

Finanzminister Peer Steinbrück sperrt sich noch gegen solche Forderungen. "Wir können doch keinem Menschen erklären, Unternehmen, hinter denen Milliardenvermögen stehen, mit Steuergeldern zu unterstützen", sagte er der "Berliner Zeitung". Doch die Landesregierungen von Bayern und Niedersachsen drängen auf Hilfen, sie sorgen sich um Hunderttausende Arbeitsplätze. Auch Wirtschaftsminister Michael Glos scheint entschlossen, Schaeffler unter die Arme zu greifen - der Konzern müsse nur ein tragfähiges Konzept vorlegen.

Die Chancen für Schaeffler stehen also nicht schlecht - zumal Steinbrück in den vergangenen Monaten schon gezeigt hat, dass sein klares Nein durchaus zu einem Ja werden kann - Bankenhilfe und Konjunkturpaket lassen grüßen.

Vom Staat gestützt: Die Erwartung einer Bad-Bank-Lösung gab dem Dax in dieser Woche Auftrieb
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manager-magazin.de

Vom Staat gestützt: Die Erwartung einer Bad-Bank-Lösung gab dem Dax in dieser Woche Auftrieb

Ein Einstieg bei Schaeffler/Conti wäre ein deutliches Signal: "Too big to fail" gelte nicht nur für Banken. Auch Industriekonzerne, die sich übernommen haben, könnten auf die helfende Hand des Staats hoffen, sofern sie nur wichtig genug für die deutsche Wirtschaft sind. Im Konjunkturpaket II der Bundesregierung sind schon 100 Milliarden Euro für die Unternehmen eingeplant - allerdings als Bürgschafts- und Kreditprogramm. Auch einer direkten Kapitalbeteiligung hat Kanzlerin Angela Merkel keine prinzipielle Absage erteilt.

Es fällt also nicht schwer, sich vorzustellen, was passiert, wenn sich die Krise weiter verschärft und eine Branche nach der anderen in Mitleidenschaft zieht. Noch ist das beschriebene Szenario reine Fiktion - aber unwahrscheinlich ist es nicht, dass einiges davon Wirklichkeit wird.

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