Von Arvid Kaiser und Kai Lange
Oktober: Bleiben noch wenige Dax-Unternehmen, die sich wahrscheinlich nach Staatshilfe etwas strecken müssen. Aber will man deutsche Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Medizintechnik und Rohstoffe tatsächlich außen vor lassen, wenn allen anderen direkt oder indirekt geholfen wird? Schließlich handelt es sich um drei Schlüsselbranchen, die über die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft mit entscheiden werden.
Der Pharmakonzern Merck
Und der Düngemittelhersteller K+S
leidet massiv unter dem Verfall der Rohstoffpreise. Er beackert das einzige Feld, in dem Deutschland Rohstoffe exportiert statt importiert - mit Blick auf den weltweiten Nahrungsbedarf ein strategischer Konzern. Ist das etwa kein Grund für Staatshilfe?
Und überhaupt: K+S, FMC und Merck sorgen dafür, dass der ohnehin finanz- und autolastige Dax etwas breiter aufgestellt wird. Solche Stabilitätsfaktoren sollte man doch nicht außer Acht lassen.
Was bleibt? Die 30 Dax-Konzerne könnten zu guter Letzt alle auf Hilfe des Steuerzahlers zurückgreifen, manche mehr, manche weniger. "Der Gewinn ist dann privat, der Verlust aber staatlich", warnt Lüder Gerken, Vorsitzender der Freiburger "Stiftung Ordnungspolitik". Der Bürger werde gezwungen, für den Erfolg riskanter unternehmerischer Entscheidungen zu bürgen. Die Logik der Entwicklung erkennt jedoch auch Kritiker Gerken an. "Deshalb heißt er ja so: Bürger."
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