Wirtschaft



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02.02.2009
 

Absatzkrise

Industrie baut im Rekordtempo Arbeitsplätze ab

Die deutsche Industrieproduktion ist im Januar eingebrochen: Wegen der weltweiten Nachfrageschwäche drosseln viele Unternehmen ihre Fertigung - und bauen so massiv Stellen ab wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Berlin - Die deutsche Industrie ist zum Jahresauftakt weiter eingebrochen. Wegen der anhaltend sinkenden Nachfrage sah sich die Branche im Januar gezwungen, Produktion und Beschäftigung im Rekordtempo herunterzufahren. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Markit-Umfrage unter 500 Firmen hervor.

BASF-Werk im brandenburgischen Schwarzheide: Kurzarbeit gegen die Krise
DPA

BASF-Werk im brandenburgischen Schwarzheide: Kurzarbeit gegen die Krise

Um ihre Liquidität zu verbessern, bauten die Unternehmen ihre Warenlager zügig ab und kauften so wenig Vorprodukte ein wie nie zuvor seit Umfragebeginn im April 1996.

Der Markit/BME Einkaufsmanagerindex ist ein bewährter Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung. Er sank nach endgültigen Berechnungen zum Dezember um 0,7 auf 32,0 Punkte und sackte damit zum dritten Mal hintereinander auf ein neues Umfragetief. "Eine der Hauptursachen für den schlechten Jahresauftakt in der Industrie waren die Produktionsunterbrechungen in der heimischen Automobilbranche", erklärte Markit. Deswegen sammelten auch die Zulieferer weniger Aufträge ein.

Die Auftragspolster nahmen erneut deutlich ab, wenngleich sich der Rückgang zum Dezember etwas abschwächte. Da immer mehr Betriebe auf die anhaltende Unterauslastung mit Stellenstreichungen reagierten, kam es in der Industrie zum stärksten Beschäftigungsabbau seit Umfragebeginn vor fast 13 Jahren. Zudem führten viele Unternehmen Kurzarbeit ein und entließen vor allem Zeitarbeiter.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland war im Januar überraschend deutlich auf rund 3,5 Millionen gestiegen. Entlastung erhielten die Industriefirmen auf der Kostenseite. Wegen der schwachen Nachfrage nach Vormaterialien und der weltweiten Verbilligung von Rohstoffen konnten sie erhebliche Preisnachlässe bei ihren Lieferanten durchsetzen. Allerdings zwangen die sinkenden Kosten und der wachsende Wettbewerbsdruck auch die Firmen selbst zu Preissenkungen.

Nicht nur in Deutschland, auch in der gesamten Euro-Zone hat die Industrie ihre Talfahrt im Januar fast ungebremst fortgesetzt. Die Geschäfte liefen nochmals deutlich schlechter als im Dezember, wie aus der am Montag veröffentlichten Markit-Umfrage unter 3000 Firmen hervorging. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg zwar minimal auf 34,4 Punkte, blieb damit aber nahe dem Rekordtief von 33,9 Zählern im Dezember und deutlich unter der 50-Punkte-Marke, ab der er Wachstum signalisiert.

Die Euro-Zone steckt mitten in einer tiefen Rezession. Allen voran die Industrie leidet unter der globalen Nachfrageschwäche. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in den 16 Euro-Ländern in diesem Jahr um zwei Prozent schrumpft. Wegen der Konjunkturflaute rechnen die meisten Fachleute damit, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins von 2,0 Prozent im März noch einmal senken wird. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone liegt inzwischen bei acht Prozent.

ssu/Reuters

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