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03.02.2009
 

Discounter

Menschenrechtsaktivisten prangern Ausbeutung bei Aldi-Lieferanten an

Mit seinen günstigen Angeboten lockt der Aldi mehr Kunden in die Läden denn je. Die Kehrseite ist in China zu besichtigen: Die Menschenrechtsorganisation Südwind ging dort den Verhältnissen bei den Zuliefererbetrieben auf den Grund - und war entsetzt.

Siegburg - Das Resümee der Menschenrechtsaktivisten ist so kurz wie vernichtend: Die beim führenden deutschen Billig-Supermarkt Aldi angebotenen Waren werden oft unter unwürdigen Bedingungen hergestellt. Die überprüften Fabriken stellen Elektronik, Haushaltswaren, Kosmetik und Textilien her. Bei den Discountern machen Nicht-Lebensmittel einen immer größeren Teil des Sortiments aus.

Aldi-Logo: Entsetzen über Arbeitsbedingungen bei Zulieferern
DDP

Aldi-Logo: Entsetzen über Arbeitsbedingungen bei Zulieferern

"Die meist weiblichen Beschäftigten arbeiten bis zu 90 Stunden pro Woche und können dennoch von ihren kargen Löhnen kaum leben", kritisierte Südwind-Mitarbeiterin Ingeborg Wick, die die Studie federführend betreute. Der Arbeitsdruck sei sehr hoch, Fehler würden teils mit Geldstrafen geahndet. Außerdem erhielten Frauen keinen Mutterschutz, die Bildung unabhängiger Gewerkschaften sei untersagt.

"Es handelt sich um Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten, wie sie in der arbeitsintensiven Industrie Chinas durch den Preisdruck von hiesigen Importunternehmen typisch sind", erklärte Wick. Südwind hatte bereits im Jahr 2007 eine Studie über Aldi-Textil-Zulieferer mit ähnlichen Ergebnissen veröffentlicht.

Bei Aldi war auf Nachfrage niemand zu einer Stellungnahme bereit. 2008 hatte das Unternehmen allerdings in Reaktion auf ähnliche Vorwürfe in seinen Filialen Broschüren verteilt. Darin verwies Aldi darauf, Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI) zu sein, in der sich zahlreiche europäische Handelsunternehmen für die Einhaltung von arbeitsrechtlichen Standards bei ihren Zulieferern verpflichten.

Südwind allerdings kritisiert, dass es sich bei BSCI um eine Initiative handle, die lediglich auf Selbstverpflichtungen der Industrie basiere. Die Organisation verlangt von den Handelsunternehmen, sich stattdessen bindenden Regeln zu unterwerfen, wie sie vom EU-Parlament gefordert werden.

Finanziert wird das Südwind-Institut mit Sitz im rheinischen Siegburg durch die gleichnamige, 2007 gegründete Stiftung. Der gemeinnützige Verein von Christen verschiedener Konfessionen setzt sich für die Rechte armer und benachteiligter Menschen ein.

Die globalisierungskritische Organisation will mit ihrer Arbeit den Blick auf den Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Verbraucher in Industrieländern und den Lebensbedingungen der Produzenten in der dritten Welt lenken.

mik/AFP/ddp

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Die neuesten Beiträge:
08.07.2011 von hans a. plast: Textil, Plunder-Fashion GmbH und Freak Co. KG!!

---------- Sie sollten sich hier nicht aergern, zumindest liegt es mir fern, auf Billig-Mode nur negativ zu reagieren. Sie haben eine deutliche Erfahrung bei Ihrem Kauf gemacht, Qualitaet ab einem bestimmten Segment hat [...] mehr...

08.07.2011 von SirLurchi:

Wenn ich Ihre "Tatsachen" so lese, frage ich mich ernsthaft, wo Sie leben und ob Sie auch genug Ausgang erhalten. Auch die "Markenhersteller" produzieren exakt dort, wo auch die von Ihnen so kritisierte [...] mehr...

07.07.2011 von krylon: @ Keram

Das sehe ich auch so. Wer etwas für die Menschen vor Ort und für sein Gewissen etwas tun will, kann an UNICEF spenden. mehr...

06.07.2011 von wolfgangl: jo

Deswegen sind die Aldi-Laufschuhe mittlerweile genausogut, wie die Nike, zum deutlich günstigeren Preis. kommen ja auch vom gleichen Band. ;-) Gilt für die restlichen Produkte analog. Da haben die Markenhersteller ihre [...] mehr...

06.07.2011 von wolfgangl: doch!

Die Marken sind schlimmer! Ich denke schon, dass es einen Unterschied macht, ob ich bei Bogner einen Skianzug für 1000 oder 2000 Euro kaufe, der von den gleichen schlecht bezahlten Arbeitern gefertigt ist, wie der Skianzug für [...] mehr...

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