Zürich - Rechnet man die Sonderfaktoren heraus, dann fallen die Zahlen nicht ganz so dramatisch aus. So berechnet liege der Quartalsverlust bei 2,81 Milliarden Franken (rund 1,86 Milliarden Euro), teilte die Bank am Dienstag mit.
UBS-Zentrale in Zürich: Ermutigende Signale für 2009
Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt den Quartalsverlust auf 7,07 Milliarden und den Jahresverlust auf 18,7 Milliarden Franken geschätzt. Die Prognosen hatten aber in einer breiten Bandbreite gelegen.
Im Jahr 2007, als die Finanzkrise begonnen hatte, war ein Jahresverlust von 4,4 Milliarden Franken angefallen. Der Verlust des vierten Quartals 2007 von 12,45 Milliarden Franken hatte allerdings schon einen Vorgeschmack auf das Jahr 2008 gegeben. Im Bereich Global Wealth Management & Business Banking verzeichnete die Bank netto einen Vermögensabfluss von 58,2 Milliarden Franken im vierten Quartal.
Die Zahlen enttäuschen: Im November noch hatte sich Finanzvorstand John Cryan zuversichtlich gezeigt, den Vermögensabfluss bremsen zu können. Seit der Bekanntgabe der Transaktion mit der Schweizer Notenbank SNB sehe die Bank bezüglich Nettoneugeld ermutigende Zeichen, hatte er bei der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen gesagt. Die SNB hatte im November 62 Milliarden Franken zur Übernahme von Problembeständen bereitgestellt.
Davon hatte die UBS
allerdings nur 39,1 Milliarden Franken in Anspruch genommen. Die seit Oktober 2008 eingetretene Entwicklung habe gezeigt, dass bestimmte Finanzinstrumente aus Sicht der Finanzstabilität nicht an den Stabilisierungsfonds übertragen werden müssen, hieß es.
Analysten hatten den Abfluss trotzdem deutlich geringer auf 26 Milliarden Franken geschätzt, nach einem Abfluss von 49 Milliarden Franken im dritten Quartal. Im Bereich Asset Management betrugen die Abflüsse im Quartal 27,6 Milliarden Franken im Vergleich zu den Analystenschätzungen von 25 Milliarden und einem Abfluss von 34 Milliarden Franken im Quartal davor. Im Verlauf des vierten Quartals habe sich die Entwicklung bei den Neugeldern zunehmend verbessert und im Januar sei der Zufluss in beiden Bereichen positiv gewesen, teilte die Bank weiter mit.
Trotz der herben Verluste sprach die UBS in ihrem Ausblick von einem ermutigenden Start ins Jahr 2009 mit einem positiven Nettozufluss an Neugeldern. Die Kernkapitalquote lag Ende des Jahres bei 11,5 Prozent, verglichen mit 10,8 Prozent Ende September.
Für das vergangene Jahr wurden variable Löhne in Höhe von 2,2 Milliarden Franken (1,45 Milliarden Euro) gezahlt. Hinzu kommen 1,6 Milliarden Franken an aufgeschobenen Lohnzahlungen, die ab 2010 nur zur Auszahlung kommen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie es in einem Bericht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma hieß.
mik/Reuters/AP
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