Mittwoch, 10. Februar 2010

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10.02.2009
 

Trotz Verlusten

UBS-Banker erhalten Prämien in Milliardenhöhe

Die Schweizer UBS treibt nach dem Milliardenverlust ihre Neuausrichtung mit Hochdruck voran: 10.000 Mitarbeiter werden wohl ihren Job verlieren. In einem Punkt verspricht die Bank allerdings Kontinuität - Boni werden weiterhin ausgeschüttet. In Milliardenhöhe.

Zürich - Der Betrag ist deutlich geringer als in den fetten Jahren zuvor - und macht trotzdem einen Milliardenbetrag aus: Die UBS wird für 2008 Boni im Wert von 2,155 Milliarden Franken (rund 1,43 Milliarden Euro) auszahlen. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einem Rückgang um 78 Prozent, betonte die Bank in ihrem Jahresbericht.

UBS-Logo: Hohe Bonuszahlungen in der Kritik
AFP

UBS-Logo: Hohe Bonuszahlungen in der Kritik

Von der Bonussumme seien 994 Millionen Franken vertraglich fest vereinbart und 1,161 Milliarden Franken freiwillig. Der freiwillige Anteil gehe zu 60 Prozent an die Mitarbeiter der profitablen Vermögensverwaltung. Der Rest verteile sich auf die Investmentbank, das Asset Management und die Konzernzentrale. In der hochdefizitären Investmentbank sinke die Bonussumme um 95 Prozent.

Die Bonus-Frage stand zuletzt im Zentrum der öffentlichen Kritik. Ein Unternehmen, das Staatshilfe in Anspruch nehmen musste, dürfe keine Boni ausschütten, hieß es. Die UBS Chart zeigen hatte von den 62 Milliarden Franken, die die Schweizer Notenbank für Übernahmen von Problembeständen, also derzeit fast wertlose Papiere, zur Verfügung gestellt hatte, 39,1 Milliarden in Anspruch nehmen müssen. Grund seien Änderungen in den Buchhaltungsregeln, die eine Übertragung gewisser Werte nicht mehr nötig machten.

Die Hilfe war dringend nötig, denn das Geschäftsjahr 2008 verlief für die UBS desolat. Insgesamt belief sich der Nettoverlust auf rund 19,7 Milliarden Franken (umgerechnet rund 13,1 Milliarden Euro). Die Verluste seien hauptsächlich im Bereich Investmentbanking aufgelaufen. Im Vorjahr hatte sich der Fehlbetrag bereits auf mehr als 5,2 Milliarden Franken addiert.

Das vierte Quartal beendete UBS mit einem Nettoverlust von 8,1 Milliarden Franken, deutlich mehr als das Minus von rund 7,5 Milliarden Franken, das die Analysten erwartet hatten. Vor Sonderposten ergebe sich von Oktober bis Dezember ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern von minus 2,8 Milliarden Franken.

Im vierten Quartal 2008 zogen Kunden noch einmal Gelder in Höhe von 85,8 Milliarden Franken vom weltgrößten Vermögensverwalter ab. Bei den Neugeldern habe sich im Verlauf des vierten Quartals die Entwicklung aber verbessert, erklärte die größte Bank der Schweiz. Unter anderem wegen guter Mittelzuflüsse in der Vermögensverwaltung habe es einen "ermutigenden Start" ins Jahr 2009 gegeben.

Mit der Vorstellung der Zahlen kündigte die Bank auch ein Restrukturierungsprogramm an. So soll die Belegschaft vor allem in der Sparte Investmentbanking bis Ende 2009 noch einmal um 2000 Mitarbeiter reduziert werden. Insgesamt werden über 10.000 UBS-Banker ihren Job verlieren. Beim Investmentbanking schrumpft die Zahl der Stellen von 22.000 vor einem Jahr auf 15.000.

Der Bereich bleibe aber ein Kerngeschäft. Zudem würden die laufenden Maßnahmen zur Stärkung ihrer finanziellen Position fortgesetzt. Dazu zähle der Abbau von Risikopositionen und risikogewichteten Aktiva.

Oberste Priorität habe das Ziel, 2009 im Investmentbanking wieder profitabel zu werden, hieß es weiter. Darüber hinaus will der Konzern zwei neue Unternehmensbereiche schaffen: Wealth Management & Swiss Bank sowie Wealth Management Americas. Mit der neuen Struktur konzentriere sich UBS wieder auf ihre schweizerischen Kerngeschäfte sowie auf die Stärken im internationalen Vermögensmanagement.

STAATLICHE MASSNAHMEN GEGEN DIE FINANZKRISE

Die Finanzkrise

Die Finanzkrise begann im Frühsommer 2007 mit dem Platzen der Immobilienpreisblase. Immer mehr Häuslebauer in den USA, die ihre Eigenheime oft ohne jeglichen Eigenanteil erworben hatten, konnten die steigenden Zinsen nicht mehr zahlen. Darunter litten oft sehr komplexe Finanzprodukte, die sogenannten forderungsbesicherten Wertpapiere (Asset Backed Securities), die von den Investmentbanken der Wall Street zusammengeschnürt und an Banken in aller Welt verkauft worden waren.
Besonders die Märkte für Kreditpapiere von Schuldnern mit geringer Bonität, das Subprime- Segment, brachen zusammen. Die Banken waren gezwungen, die oft auch als "faule" Kreditpapiere bezeichneten Anlagen abzuschreiben. Weltweit mussten die Finanzinstitute hohe Verluste realisieren - die Immobilienkrise mutierte zur Bankenkrise.
Insbesondere nach der spektakulären Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers kam es zu einer Vertrauenskrise zwischen den Banken: Jede Bank befürchtete, dass die andere Bank unter der Last der Abschreibungen zusammenbrechen könnte.
In der Folge kam der Kreditfluss zwischen den Banken fast zum Erliegen.
Doch auch produzierende Unternehmen wurden Opfer der Kreditklemme: Die Banken vergaben aus Angst vor Ausfällen weniger Kredite oder erhöhten die Bedingungen für die Kredite erheblich. Spätestens seit Dezember 2008 hatte die Krise auch die Realwirtschaft erfasst, besonders betroffen war die Automobilindustrie, die unter Absatzeinbrüchen zu leiden hatte.

Staatliche Maßnahmen

Weitere Überlegungen

mik/ddp/dpa/Reuters

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