Eine völlig andere Meinung vertritt Dominique Strauss-Kahn, Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seiner Meinung nach waren alle Hiobsbotschaften, die bislang über die Welt hereingebrochen sind, nur Vorgeplänkel.
"Das Problem ist, dass die Auswirkungen auf die Realwirtschaft größtenteils noch bevorstehen", sagte Strauss-Kahn der internen Internet-Publikation "IWF Survey". 2009 werde mit Sicherheit ein "ziemlich schlechtes Jahr" für das Wachstum nicht nur für die Industriestaaten, sondern auch für die Schwellenländer werden.
Strauss-Kahn fordert deshalb eine rasche Umsetzung der in diversen Ländern beschlossenen Konjunkturprogramme. Es gehe jetzt nicht mehr darum, die Regierungen von der Notwendigkeit zum Handeln zu überzeugen, sondern darum, dass sie die entsprechenden Beschlüsse in die Tat umsetzten.
Die Gefahr, dass Staaten in der Krise zu protektionistischen Lösungen griffen, bezeichnete der IWF-Chef als sehr groß. Vor allem in der Finanzindustrie könne dies auch auf indirektem Wege geschehen. "Wenn Regierungen den Banken zum Beispiel neue Mittel zur Verfügung stellen oder sie rekapitalisieren, könnten sie einen Hinweis hinzufügen, dass das Geld im eigenen Land bleiben soll." Ähnliche Zusätze seien in Konjunkturprogrammen möglich.
ssu/dpa/Reuters
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