London - HBOS ist 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht. Es werde mit einem Verlust vor Steuern von umgerechnet gut 9,5 Milliarden Euro gerechnet, teilte die Lloyds Banking Group am Freitag in London mit. Lloyds hat die angeschlagene HBOS-Bank kürzlich übernommen. Einschließlich der Verluste aus Unternehmensverkäufen und Abschreibungen falle der Vorsteuerverlust mit umgerechnet rund 11,2 Milliarden sogar noch höher aus.
Lloyds-Logo in London: Herbe Aktienverluste nach Milliardenabschreibungen
Als Hauptgrund für den Milliardenverlust nannte Lloyds erneute Milliardenabschreibungen bei HBOS. Lloyds TSB ist nach eigenen Angaben 2008 dagegen profitabel. Ihr Vorsteuergewinn liege voraussichtlich bei umgerechnet rund 2,68 Milliarden Euro, hieß es. Das Institut, an dem der Staat mit 43 Prozent beteiligt ist, stellt am 27. Februar seine Jahreszahlen vor.
HBOS hatte bereits Mitte Dezember auf schwierigere Marktbedingungen, schlechtere Kreditqualität, weitere Wertverluste und Druck auf die Nettozinsspannen hingewiesen. Mitte Januar hatte es jedoch geheißen, die Handelspositionen hätten sich seitdem nicht weiter verschlechtert.
Nun verhagelten der Lloyds-Tochter allerdings Abschreibungen auf Kredit-Engagements das Ergebnis. Die Marktbedingungen hätten sich verschlechtert, und die negative Entwicklung an den Kreditmärkten habe sich beschleunigt, hieß es. "Diese Abschreibungen reflektieren vor allem die konservativere Risikoeinschätzung und die weitere Verschlechterung der Wirtschaftsentwicklung", sagte Lloyds-Chef Eric Daniels.
Die Krise belastet auch die Kapitalbasis des Konzerns. Die kombinierte Kernkapitalquote dürfte den Angaben zufolge beim Jahreswechsel zwischen 6 und 6,5 Prozent gelegen haben. Dies ist etwas niedriger als zuvor angekündigt.
ssu/dpa-AFX
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