Wirtschaft



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22.02.2009
 

Autokrise

Volkswagen schickt Zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit

Ab Montag stehen viele Bänder still: Erstmals seit 25 Jahren gibt es bei Europas größtem Autobauer Volkswagen wieder in mehreren Werken Kurzarbeit. Rund 61.000 Mitarbeiter sind betroffen. Auch Audi, BMW und Daimler kämpfen mit Kurzarbeit gegen die Absatzkrise.

Wolfsburg - Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen gibt es erstmals seit 25 Jahren wieder in mehreren Werken Kurzarbeit. Von Montag an bleiben die Bänder vor allem im Fahrzeugbau für fünf Tage stehen. Betroffen sind rund zwei Drittel der 92.000 Beschäftigten in den deutschen Werken, also rund 61.000 Mitarbeiter. Die Sparte Forschung und Entwicklung sowie Teile der Komponentenfertigung bleiben von der Regelung unberührt. Auch Aus- und Weiterbildung laufen weiter. Nach der Kurzarbeitsphase wird die Arbeit mit der Nachtschicht am 1. März wieder aufgenommen.

Volkswagen-Werkshalle in Wolfsburg: Konzernweiter Absatzeinbruch um zehn Prozent befürchtet
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AP

Volkswagen-Werkshalle in Wolfsburg: Konzernweiter Absatzeinbruch um zehn Prozent befürchtet

Volkswagen leidet wie seine Konkurrenten unter dem Nachfragerückgang für Autos und will entsprechend weniger produzieren. Auch andere Autobauer wie BMW und Daimler greifen zu Kurzarbeit, um angesichts der dramatischen Absatzkrise vor allem in den wichtigen Märkten USA, Westeuropa und Japan gegen Überkapazitäten zu kämpfen. Viele Zulieferer haben ebenfalls ihre Produktion gedrosselt und schicken die Belegschaften in Kurzarbeit.

Das Audi-Werk im ungarischen Györ führt an diesem Montag ebenfalls Kurzarbeit ein. Die Fahrzeug- und Motorenfertigung werde "im Einklang mit den Standorten der deutschen Konzernmutter bis zum 28. Februar stillgelegt", zitierte die private Nachrichtenagentur FH am Sonntag einen Sprecher der Volkswagen-Tochter Audi Hungaria. Bei Audi in Györ standen die Bänder wegen der weltweit schlechten Absatzlage bereits von Mitte Dezember bis Mitte Januar still. Das Werk beschäftigt rund 5800 Mitarbeiter. Im Vorjahr wurden dort 1,9 Millionen Motoren und 60.000 Fahrzeuge gefertigt.

Volkswagen rechnet für das laufende Jahr angesichts der trüben Branchenaussichten früheren Aussagen zufolge mit einem konzernweiten Absatzeinbruch um zehn Prozent. Ein VW-Sprecher sagte, die Kurzarbeit betreffe vor allem die Fahrzeuge produzierenden Werke, also das Stammwerk Wolfsburg sowie die Fabriken in Emden, Hannover und Zwickau. Keine Angaben gab es darüber, wie stark die Autoproduktion sinken soll. Gefragt sind derzeit wegen der Abwrackprämie vor allem Kleinwagen wie etwa Fox und Polo, die jedoch nicht in Deutschland gebaut werden.

Der Betriebsrat hatte der Kurzarbeit zugestimmt. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, die aktuelle Marktlage habe auch Auswirkungen auf VW. Die Überstundenkonten seien mittlerweile weitestgehend abgebaut. Den Beschäftigten entstünden keine Nachteile, denn VW stocke das Kurzarbeitergeld weitgehend auf.

Der VW-Konzern hatte im vergangenen Jahr gegen den Branchentrend noch einen Absatzrekord erzielt. Der Konzern lieferte weltweit 6,23 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings hatte VW im Jahresverlauf deutlich an Wachstumstempo verloren.

ore/AFP/dpa

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