Köln - Schwarzarbeit ist in deutschen Haushalten weit verbreitet. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage von TNS-Emnid für das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Vor allem Handwerker werden demnach gerne schwarz beschäftigt - ihr Anteil an der Schwarzarbeit machte im Jahr 2007 19 Prozent aus. Aber auch die Kosten für Kinderbetreuung, Gartenarbeit, Bügelservice oder Putzhilfen werden häufig am Finanzamt vorbei abgerechnet - ihr Anteil: 16 Prozent. Im Schnitt zahlte jeder dritte Deutsche den illegal Beschäftigten übers Jahr gerechnet 1000 Euro.
Das IW sieht in diesen haushaltsnahen Dienstleistungen ein großes wirtschaftliches Potential. "Wenn es gelingt, diese illegalen Jobs aus der Schmuddelecke herauszuholen und den Markt für Familiendienstleistungen generell anzukurbeln, könnten in Deutschland mehrere hunderttausend legale Arbeitsplätze entstehen", schreiben die Experten in ihrer Analyse. Allerdings plagt vier von fünf Bundesbürgern laut Umfrage keinerlei schlechtes Gewissen, wenn sie Schwarzarbeiter beschäftigen. Zudem fehlt gerade vielen Familien schlichtweg das Geld, um den Bruttolohn für eine Haushaltshilfe zu finanzieren.
Nur acht Prozent der Paare mit Kindern und ein knappes Viertel der alleinstehenden Senioren beschäftigen laut Umfrage bislang einen Profi im Haushalt. Würden sich alle Bundesbürger, die sich nach der IW-Studie im Haushalt helfen lassen wollen, dies auch tatsächlich tun, könnten demnach "bis zu 600.000 Vollzeitstellen" entstehen. Weitere knapp 180.000 volle Arbeitsplätze kämen hinzu, wenn künftig 30 Prozent der familienunterstützenden Dienstleistungen legalisiert würden - derzeit sind es nur fünf Prozent. Diese Jobs kämen vor allem Geringqualifizierten zugute.
Zwar nutzen laut der Studie zurzeit insgesamt nur elf Prozent aller Haushalte in Deutschland gelegentlich oder regelmäßig professionelle Hilfe. Künftig dürfte die Nachfrage nach Einschätzung der Experten aber steigen, unter anderem weil es immer mehr ältere Menschen gibt, denen zu Hause jemand zur Hand gehen muss. Zudem gehen immer mehr Frauen arbeiten, so dass sich sowohl der Bedarf erhöht als auch die finanziellen Möglichkeiten der Familien verbessern.
kaz/AFP/AP
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