Mittwoch, 10. Februar 2010

Wirtschaft



Konsumklima

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26.02.2009
 

Verbraucherindex

Konsumlaune der Deutschen hellt sich überraschend auf

Hoffnungsschimmer in der Wirtschaftskrise: Deutschlands Verbraucher lassen sich von der Rezession offenbar weniger schrecken als befürchtet. Das Konsumklima verbessert sich überraschend - allerdings könnte der Aufwärtstrend jäh gestoppt werden.

Nürnberg - Die Verbraucher in Deutschland sehen die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise gelassen: Das von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte Konsumklima ist für März auf 2,6 Punkte von revidiert 2,3 Punkten im Vormonat gestiegen.

Rabattaktion im Einzelhandel: Haushalte sind zuversichtlich
DPA

Rabattaktion im Einzelhandel: Haushalte sind zuversichtlich

Der Aufwärtstrend überraschte die Analysten, sie hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 2,0 Punkte gerechnet. "Die Haushalte sind relativ zuversichtlich. Sie haben eine hohe Anschaffungsneigung", sagt Andreas Scheuerle, Ökonom bei der DekaBank. Es sei eine gute Botschaft, dass es in diesen schwierigen Zeiten gelungen sei, den Haushalten zumindest vorübergehend Halt zu geben.

Stabile Preise und Kaufanreize wie etwa die Abwrackprämie hätten dafür gesorgt, dass sich das Konsumklima im Februar etwas aufgehellt habe, teilte die GfK mit. "Die Konsumenten sehen ihre Kaufkraft gestärkt und schätzen folglich ihre Einkommensaussichten optimistischer ein", erklärten die Marktforscher. Damit verstärkten sich die Anzeichen, dass der Konsum in diesem Jahr den Konjunktureinbruch etwas abmildern könne.

Das Konsumklima sei jedoch auf einem zu niedrigen Niveau, um die stark rückläufigen Exporte und Investitionen voll kompensieren zu können, schränkten die Experten ein. "Wie sich die Konsumkonjunktur weiterhin entwickelt, bleibt davon abhängig, ob und wie stark die Finanzkrise zu einer Arbeitsmarktkrise wird", hieß es. Ein sehr starker Anstieg der Arbeitslosigkeit würde auch der Konsumlaune wieder einen herben Dämpfer verpassen.

Abwärtstrend am Arbeitsmarkt

Tatsächlich sind die Signale vom Arbeitsmarkt alles andere als positiv: Die Auftragsflaute vieler Unternehmen hat die Arbeitslosigkeit im Februar erneut überdurchschnittlich stark steigen lassen und damit die bereits im Januar spürbare Trendwende verstärkt.

Insgesamt seien im zu Ende gehenden Monat rund 3,55 Millionen Männer und Frauen ohne Job gewesen; das seien rund 65.000 mehr als im Januar, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es wäre der stärkste Februar-Anstieg seit dem Krisenjahr 2005.

Entsprechend erwarten Beobachter, dass der Aufwärtstrend beim Konsum nicht lange anhalten könnte. "Ich fürchte, dass das Konsumklima auf mittlere Sicht einen Dämpfer wegen der steigenden Arbeitslosigkeit bekommen wird", warnt DekaBank-Ökonom Scheuerle. "Trotz des Anstiegs ist keine nachhaltige Belebung des privaten Verbrauchs zu erwarten", sagt auch Antje Hansen von HSBC Trinkaus. Ausschlaggebend für die Konsumentwicklung werde der Arbeitsmarkt sein. "Und hier wird es eine deutliche Verschlechterung geben", sagte Hansen.

suc/dpa/Reuters

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