Von Anne Seith und Jörn Sucher
Nicht zuletzt dürften die Vertreter von Bund und Ländern in den kommenden Tagen wohl den Investitionsplan des Konzepts genauestens studieren. "Da stellt sich die Frage: Was wird in neue Modelle gesteckt? Wie viel wird für moderne Technologien ausgegeben? Und vieles mehr", sagt Bratzel. "Das steht hoffentlich alles drin in dem Papier, was da in die Kamera gehalten wurde."
Womöglich sind gewisse Formulierungen bewusst offen gehalten - schließlich wird die Politik noch das ein oder andere Wörtchen mitreden wollen, wenn sie schon Milliarden investiert. "Es wäre jetzt sinnvoll, mit Vollgas an das genaue Konzept zu gehen", rät Auto-Experte Dudenhöffer den Politikern.
Die haben es aber offensichtlich selbst eilig: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will schon am Samstag mit den Chefs der Bundesländer, in denen sich Opel-Standorte befinden, über die Zukunft der Werke sprechen. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) versprach umgehend per Pressemitteilung eine "sorgfältige und konstruktive Prüfung" des Papiers.
Sein rheinland-pfälzischer Kollege Kurt Beck (SPD) preschte schon mit einem ersten Lob für die Opel-Führungsspitze und Betriebsratschef Franz vor: Die Vorschläge gingen "in die richtige Richtung", sagte Beck. Besonders freut ihn, dass der Plan auf die Erhaltung der Fabriken setze - Opel hat auch in Kaiserslautern ein Werk. "Das ist ein wichtiger Schritt für Opel in Deutschland", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) - der Opel-Standort Bochum liegt in seinem Bundesland.
Mit einem Punkt will sich offensichtlich derzeit niemand beschäftigen: Was passiert eigentlich, wenn GM endgültig Pleite geht? Der US-Konzern ist hochgradig abhängig von Kapitalhilfen der Obama-Regierung. "Eine Insolvenz ist da durchaus denkbar", sagt Bratzel. Ein Horrorszenario, das wohl zu schrecklich ist, um es zu erwähnen.
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