Ludwigshafen - Der Chemiekonzern BASF will sich gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in Bangladesch engagieren. Das Unternehmen gründete dazu ein Joint Venture mit der von Yunus geführten Grameen Bank, wie BASF am Donnerstag in Ludwigshafen mitteilte. Ziel sei es, die Gesundheitsversorgung und den Schutz der Menschen vor Malaria zu verbessern und Einheimischen zugleich neue Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen.
Das gemeinsame Unternehmen soll demnach in Bangladesch Portionsbeutel mit Vitaminen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln sowie Moskitonetze vertreiben. Dazu wurde eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Das neue Geschäftsmodell soll "einem sozialen Zweck dienen, seine eigenen Kosten decken und auch die Anfangsinvestitionen der Partner wieder erwirtschaften", erklärte BASF-Chef Jürgen Hambrecht.
Darüber hinaus anfallende Gewinne fließen demnach vollständig in das Unternehmen zurück. Menschen, vor allem aus ärmeren Bevölkerungsschichten, sollen beim Aufbau eines eigenen Vertriebs oder bei der Finanzierung von Moskitonetzen mit Mikrokrediten unterstützt werden. Zugleich wolle BASF damit "die Erschließung neuer Märkte und Kundengruppen erproben", so Hambrecht.
BASF
stellt dem Joint Venture neben der Startinvestition von 200.000 Euro die Mittel für eine Million Portionsbeutel mit Nahrungsergänzungsmitteln sowie 100.000 beschichtete Moskitonetze zur Verfügung, die vor Malaria schützen sollen. Grameen bringt das Marktwissen und die Vertriebsstrukturen in Bangladesch mit ein. "Der Einsatz klingt zwar minimal. Aber wir wollen damit eine Lawine an Investitionen auslösen", sagte Hambrecht dem "Handelsblatt". Laut Weltgesundheitsorganisation sind 72 Prozent der Menschen in Bangladesch von Malaria bedroht. Zudem sind rund acht Millionen Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren mangelernährt.
"Diesen Menschen können wir auf Dauer nicht mit Spendenprogrammen helfen, sondern besser mit einem Geschäftsmodell, das nutzbringende Produkte und Dienstleistungen zu erschwinglichen Preisen anbietet", erklärte Yunus. Das Joint Venture BASF Grameen Ltd. vereine "wirtschaftlich Sinnvolles mit gesellschaftlich Notwendigem". Hambrecht betonte, das gemeinsame Geschäftsmodell solle "Menschen die Möglichkeit eröffnen, am Geschäftsleben aktiv und erfolgreich teilzunehmen".
Yunus war 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden, weil seine Grameen Bank Kleinstkredite an die Ärmsten im Land vergab und ihnen damit einen Ausweg aus ihrer Lage eröffnete.
kaz/AFP/dpa-AFX
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