"Meine Frau Esther und ich versuchen, Gleichberechtigung zu leben, und das ist schwerer, als wir uns vorgestellt haben. Vor allem schwerer, als ich mir vorgestellt habe. Es ist das eine, abends beim Rotwein zu schwadronieren, dass man voll da sein will, wenn Kinder kommen. Kein Fassadenvater, der abends in der eigenen Familie nur zu Gast zu sein scheint.
Wenn man das lebt, merkt man erst die berufliche Verunsicherung, die dadurch entsteht.
Dabei kann ich mich über mangelnde Unterstützung nicht beklagen. Als unsre Zwillinge kamen, vor drei Jahren, habe ich ein Jahr lang nur noch zwei Tage die Woche gearbeitet. Ein Kollege wünschte mir zu Beginn der Elternzeit zwar 'allzeit volle Brust', aber das war kollegiale Ironie.
Es standen und stehen eigentlich alle hinter mir. Aber es geht um dieses persönliche Gefühl, manchmal nicht mehr so sicher im Sattel zu sein.
Über dieses Gefühl muss man reden. Zumal Frauen mit dieser Situation ja ebenso konfrontiert sind. Esther ist Anwältin. Als sie schwanger war, fragten viele Mandanten: Schaffen Sie die Arbeit mit uns überhaupt noch, wenn Sie Mutter sind? Sind Sie noch die richtige für uns?
Und natürlich machen Kinder das Leben komplizierter. Heute morgen erst: Die kleine Rosa haut der Fanny aufs Auge und Fanny muss zum Augenarzt. Da fährt man eine Stunde hin, wartet dann zwei Stunden, fährt zurück. Und einer muss es machen.
In solchen Situationen müssen wir immer gucken, bei wem der berufliche Schaden am geringsten ist. Diesmal war es Esther, die ihre Termine verschieben konnte. Aber das nächste Mal muss ich vielleicht anrufen und sagen, ich komme heute Vormittag leider nicht, auch wenn etwas Wichtiges ansteht. Anders geht es nicht.
Esther ist seit Jahren Anwältin. Sie hat das immer als Teil ihrer Unabhängigkeit gesehen, finanziell autonom zu sein. Und im Notfall auch die Familie durchbringen zu können. Und mir war auch immer wichtig, dass meine Partnerin ihre eigene Sache macht. Die Rolle des großen Mackers, der sagt, ich füttere dich durch, liegt mir überhaupt nicht."
Paartherapeut Woinoff:
"Partnersuche nach archaischen Gesichtspunkten"
"Natürlich machen Männer öfter Karriere, sie haben ja auch einen doppelten Anreiz: Sie bekommen nicht nur das Geld und die gesellschaftliche Anerkennung - sie werden dadurch auch für Frauen attraktiver." mehr...
"Brigitte"-Chefredakteur Lebert:
"Ich bin ein Mann, aber das ist Zufall"
"Das 'Brigitte'-Team besteht zu 95 Prozent aus Frauen, da sind Teilzeit- und Halbtagsjobs Alltag. Auch auf Führungsebene. Die Arbeit mit Frauen ist sehr angenehm. Sie kommen zum Beispiel - entgegen aller Vorurteile - schneller zum Punkt." mehr...
SPIEGEL-Redakteur Bednarz:
"Gleichberechtigung ist schwerer, als ich mir vorgestellt habe"
"Meine Frau Esther und ich versuchen, Gleichberechtigung zu leben, und das ist schwerer als wir uns vorgestellt haben. Vor allem als ich mir vorgestellt habe." mehr...
Business-School-Präsident Steffens:
"Viele Assistentinnen sind Akademikerinnen"
"Bei uns im Kollegium ist der Frauenanteil relativ groß, wir sind schließlich ein Lehr- und Wissenschaftsbetrieb, also eine der so genannten weichen Industrien. Und natürlich sind viele megastarke Frauen dabei, auch in Führungspositionen. Aber ich beobachte ein interessantes Phänomen." mehr...
Familienwissenschaftler Bertram:
"Deutschland ist weit hinten bei der Gleichberechtigung"
"Die Bundesrepublik ist noch mehr als andere Länder eine Industriegesellschaft. Männlich dominierte Branchen wie die Autoindustrie oder der Maschinenbau prägen die Wirtschaft - deshalb sind wir ziemlich weit hinten, wenn es um Gleichberechtigung geht." mehr...
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