Von Anne Seith, Frankfurt am Main
Frankfurt am Main - Die reinen Fakten ergeben ein deprimierendes Bild: Einer EU-Studie zufolge verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Die meisten Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Weibliche Vorstände und Aufsichtsräte hingegen sind immer noch die Ausnahme - obwohl Geschlechtervielfalt nachweislich die Produktivität von Unternehmen steigert.
Bauarbeiterin: Wie weit sind wir wirklich mit der Gleichberechtigung?
Aus Anlass des Frauentags wird einmal mehr Kritik an den Verhältnissen laut. Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), Jutta Allmendinger, fordert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa eine Quotenregelung nach norwegischem und US-Vorbild. Sobald Frauen in Arbeitsgruppen und Kommissionen arbeiteten, werde den Unternehmen schnell klar, dass Frauen kompetent seien: "Wenn ich es aber gar nicht schaffe, überhaupt eine Frau auf eine Spitzenposition zu bringen, wie bei vielen Aufsichtsräten von Dax-notierten Unternehmen, dann kommt es gar nicht dazu."
Auch die SPD-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, Gesine Schwan, meldet sich zu Wort, fordert eine familienfreundlichere Arbeitswelt. Frauen und Männer benötigten mehr Zeit zur Pflege ihrer persönlichen Beziehungen - und "dazu brauchen sie die Möglichkeit, in der Rushhour des Lebens zwischen dem 25. und dem 50. Lebensjahr ihre Berufsarbeit so einzuteilen und auch zu beschränken, dass sie sie mit der Familienzeit vereinbaren können." Die Realität ist von solchen Verhältnissen weit entfernt. Warum eigentlich - und wie kann man überhaupt Gleichberechtigung leben?
SPIEGEL ONLINE hat sich an das andere Geschlecht gewandt - und fünf Männer gefragt, die sich mit der Emanzipation der Frauen auseinandergesetzt haben:
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