Wirtschaft



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09.03.2009
 

Börse in Japan

Nikkei sinkt auf tiefsten Stand seit 26 Jahren

Wirtschaftsmacht Japan in Not: Der Nikkei-Index schloss auf einem 26-Jahres-Tief, die Zahl der Firmenpleiten steigt an. Jetzt sind die Exporte so stark eingebrochen, dass Tokio erstmals seit 13 Jahren ein Defizit der Leistungsbilanz verzeichnet.

Tokio - Der Nikkei-Index hat am Montag auf dem niedrigsten Stand seit 26 Jahren geschlossen. Vor allem die Aktien der japanischen Autobauer gerieten in den Sog des angeschlagenen US-Konzerns General Motors (GM) Chart zeigen. Auch Sorgen um das Schicksal von Banken drückten die Börsen in Tokio. Der 225 Werte umfassende Nikkei Chart zeigen sank um 1,21 Prozent auf 7086,03 Punkte. Das war der tiefste Stand seit Oktober 1982. Damit hat der Index seit seinem Allzeithoch von 38.915 Punkten im Jahr 1989 rund 80 Prozent verloren. Allein im vergangenen Jahr hatte er etwa 42 Prozent verloren, in den ersten Monaten dieses Jahres weitere 20 Prozent.

Kurstafel in Tokio: Sorgen um das Finanzsystem
AP

Kurstafel in Tokio: Sorgen um das Finanzsystem

Der breiter gefasste Topix-Index gab am Montag um 1,51 Prozent auf 710 Zähler nach. Schon am Freitag hatte der Nikkei auf einem Vier-Monats-Tief geschlossen.

Für die Händler sei es schwierig, Autoaktien zu kaufen, da niemand wisse, wie es mit GM weiter gehe, sagte ein Analyst von Tokai Tokyo Securities. Bis jetzt sei nichts Konkretes bekanntgeworden. Die Anleger warteten gespannt auf das Ergebnis eines für diese Woche geplanten Treffens zwischen der Auto-Task-Force der US-Regierung, GM, Chrysler und der Gewerkschaft United Auto Workers in Detroit. Die Aktien der japanischen Auto-Bauer, die unter Absatzschwächen in Folge der weltweiten Wirtschaftskrise leiden, gaben nach: Die Papiere von Toyota Chart zeigen, Honda Chart zeigen und Nissan Chart zeigen fielen um bis zu zwei Prozent.

"Auch die Sorgen um das Finanzsystem sind nicht verschwunden", fügte der Analyst hinzu. So hätten offenbar Hedgefonds Geld in Gold angelegt und nicht mehr in Aktien.

Nachdem der Nikkei-Index im Plus eröffnet hatte, verlor er deutlich, als der Hangseng-Index in Hongkong schwächer in den Handel gestartet war. Auch die Börsen in Taiwan und Schanghai lagen im Minus. Der südkoreanische Kospi-Index dagegen notierte rund 1,3 Prozent im Plus.

"Die Märkte haben auf das Fallen der Aktienkurse in Hongkong reagiert", sagte ein Analyst von SMBC Friend Securities. "Es scheint, als lasse der Optimismus, der anlässlich des Volkskongresses in China geherrscht hat, wieder nach und als bedeuteten schwächere Asienmärkte auch für die Wall Street einen schwächeren Handel." Vergangene Woche hatte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao erklärt, trotz der Wirtschaftskrise werde die Volksrepublik ihr Wachstumsziel von acht Prozent erreichen.

Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise ist die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Japan im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,38 Prozent auf 1318 gestiegen, wie die Kreditforschungsagentur Tokyo Shoko Research vor Börsenschluss bekanntgab. Damit stiegen die Pleiten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im nunmehr neunten Monat in Folge an. Wie das Finanzministerium in Tokio zudem bekanntgab, bescherte ein heftiger Exporteinbruch und der Höhenflug des Yen Japan im Januar erstmals seit 13 Jahren ein Defizit in der Leistungsbilanz.

Der Fehlbetrag belief sich auf den Rekordwert von 172,8 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro). Japans Exporte waren um 46,3 Prozent auf 3,3 Billionen Yen geschrumpft und damit im nunmehr vierten Monat in Folge gesunken. Die Einfuhren nach Japan sanken im dritten aufeinanderfolgenden Monat um 31,7 Prozent auf 4,1 Billionen Yen.

Der Dax startete derweil mit Verlusten in den Handel. Der deutsche Leitindex verlor bis 9.50 Uhr 0,6 Prozent und notierte bei 3643 Punkten.

kaz/Reuters/dpa

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