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US-Autoindustrie Ford-Mitarbeiter stimmen für Einschnitte

Urabstimmung beim US-Autohersteller Ford: Knapp 60 Prozent der Arbeitnehmer des Konzerns haben sich nach Gewerkschaftsangaben für ein Kostensenkungspaket in Milliardenhöhe ausgesprochen. Die Mitarbeiter verzichten unter anderem auf zwei bezahlte Feiertage.

Detroit - Die Arbeitnehmer des angeschlagenen US-Autobauers Ford Chart zeigen haben sich zu Einschnitten an Gehältern und Sozialleistungen bereit erklärt. Im Zentrum der Vereinbarung stehen Einsparungen des Konzerns bei der Krankenversicherung für pensionierte Mitarbeiter. Außerdem verzichten die Angestellten auf zwei bezahlte Feiertage und Sonderzahlungen. Die Pläne hatte die größte US-Autogewerkschaft UAW im vergangenen Monat mit der Ford-Geschäftsführung ausgehandelt.

Ford-Werk in in den USA: Mitarbeiter stimmen für Kostensenkungen
REUTERS

Ford-Werk in in den USA: Mitarbeiter stimmen für Kostensenkungen

Von der Vereinbarung erhofft sich Ford Einsparungen in Milliardenhöhe bei den Ausgaben für die betriebliche Krankenversicherung, deren Kosten schwer auf den Bilanzen lastet. Die nun angenommene Vereinbarung sieht vor, dass Ford bis zu 50 Prozent seiner Ausstände für den Fonds zur Versicherung pensionierter Angestellter in Form eigener Aktien begleichen kann. Das Unternehmen schuldet dem Pensionsfonds etwa 13,2 Milliarden Dollar (10,5 Milliarden Euro).

UAW-Chef Ron Gettelfinger wertete das Ergebnis der Abstimmung als Signal, dass die Arbeitnehmer ihren Beitrag zur Gesundung des Konzerns leisten wollen. "Wir wollen alles Erforderliche tun, um diesen Industriezweig am Leben zu erhalten und Arbeitsplätze in den USA zu behalten", sagte Gettelfinger.

Für Fords Rivalen General Motors Chart zeigenund Chrysler, erhöht sich der Druck, sich mit der UAW auf ähnliche Abkommen zu einigen. Die drei großen Detroiter Autobauer leiden unter den hohen Kosten der betrieblichen Krankenversicherung für ehemalige Mitarbeiter, die in wirtschaftlich besseren Zeiten zugesagt worden war. Im Jahr 2005 hatten die Konzerne für diese Ausgaben einen Sonderfonds unter Kontrolle der UAW gegründet; wegen der schlechten Konjunkturlage konnten sie ihren Zahlungsverpflichtungen aber nicht voll nachkommen.

Die erzielte Einigung ist einer von mehreren Schritten, die Ford unternommen hat, um Kosten zu senken und Liquidität für das neue Unternehmenskonzept zu erhalten, das vor vier Jahren gestartet wurde. 2008 hatte Ford einen Rekordverlust von netto 14,7 Milliarden Dollar bekannt gegeben und damit in den vergangenen drei Jahren insgesamt rund 30 Milliarden Dollar Verlust verbucht. Ford rechnet eigenen Angaben zufolge trotzdem damit, über genügend Liquidität zu verfügen, um ohne staatliche Notkredite durch das laufende Jahr zu kommen.

Der Sonderausschuss von Präsident Barack Obama für die kriselnde Autobranche besichtigt derzeit Werke von GM und Chrysler. Die beiden Konzerne müssen bis Ende des Monats ihre Überlebensfähigkeit unter Beweis stellen, um weitere Staatshilfen zu bekommen. Ein zentraler Punkt ist, die im Vergleich zu Konkurrenten wie Toyota hohen Kosten für Personal und Sozialleistungen zu senken.

sac/afp/dpa/Reuters

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