Hamburg - "Um die Standorte hierzulande und in Westeuropa zu sichern, muss der Vorstand aus unserer Sicht rechtzeitig über ergänzende Geschäftsfelder nachdenken", sagte Osterloh dem "Handelsblatt". "Denn wenn wir Jahr für Jahr in unseren Werken zehn Prozent Produktivität schaffen, dann brauchen wir Alternativen für die Beschäftigungssicherung."
VW-Zentrale in Wolfsburg: Autos bleiben Kerngeschäft
Als Beispiel nannte Osterloh den Einstieg in den Bau von Blockheizkraftwerken, die auf VW-Motoren basieren. "Es geht darum, weitere solcher Projekte zu identifizieren", forderte er. "Mit solchen ergänzenden Geschäftsfeldern wollen wir die Beschäftigung zusätzlich langfristig sichern." Klar sei aber: "Das Auto ist und bleibt unser Kerngeschäft. Daran hängt unser Herz."
Was die Absatzvorgaben des Vorstandes für die nächsten Jahre betrifft, äußerte Osterloh Zweifel. "Wir stehen besser da als die Konkurrenz. Trotzdem sind die Ziele der Strategie 2018 in den Jahren 2009 und 2010 kaum zu erreichen", sagte Osterloh. "Wenn das Wachstum überall ausbleibt, schafft Volkswagen das trotz eigener Stärke auch nicht."
VW-Chef Martin Winterkorn will im Rahmen seines ehrgeizigen Plans "Mach plus 2018" den Autoabsatz konzernweit von 6,2 Millionen Stück im Jahr 2007 auf gut elf Millionen Autos im Jahr 2018 erhöhen.
Allein der Absatz der Kernmarke VW soll von 3,4 Millionen im Jahr 2006 auf 6,6 Millionen Fahrzeuge steigen. Auf diese Weise will Europas größter Autokonzern die Lücke zum japanischen Rivalen Toyota schließen.
Der mit Großaktionär Porsche abgestimmte Expansionskurs sieht vor, die Kapitalrendite auf mehr als 20 Prozent zu vervierfachen, besonders umweltfreundliche Autos zu bauen und ein Top-Arbeitgeber zu werden. Am Donnerstag präsentiert Vorstandschef Winterkorn in Wolfsburg die Details der VW-Bilanz 2008.
mik/AFP
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