Aus San Francisco berichtet Stefan Schultz
San Francisco - Es gibt sie noch, die Kapitalschwemme, auch in der schwersten Rezession seit 1945. Das Startup Silver Spring Networks (SSN) jedenfalls wurde in den vergangenen Monaten mit Geld überschüttet. Investoren und Risikokapitalgeber pumpten einen dreistelligen Millionenbetrag in die Silicon-Valley-Firma. Deren Geschäftsmodell: Technologien zur effizienten Nutzung des Stromnetzes entwickeln.
Im Februar bestätigte auch Google, bei Silver Spring mitzumischen. Laut "Businessweek" ist der Internetgigant mit mehreren Millionen Dollar engagiert.
Doch die Kapitalspritzen der Privatwirtschaft sind nur das eine: Daneben konnte der Energiespezialist aus Redwood City auch einen gewaltigen Regierungsauftrag absahnen. Der Staat Kalifornien beauftragte SSN vergangenen Sommer damit, fünf Millionen Stromzähler im Energienetz des Sonnenstaates gegen Hi-Tech-Messgeräte austauschen. Volumen des Auftrags: 1,7 Milliarden Dollar.
Die neuen Geräte sind der Grundstein für ein modernes, energieeffizientes Stromnetz. Denn das Kabelgeflecht, über das Haushalte und Firmen mit Energie versorgt werden, ist neben dem Internet eines der größten und wichtigsten Netzwerke des Industriezeitalters - und hoffnungslos veraltet.
Der Energie-Informationsdienst Clean Tech Group hat berechnet, dass in den USA bis zu 40 Prozent aller erzeugten Energie beim Transport verpuffen - gleichzeitig dürfte der Stromverbrauch nach Schätzungen der amerikanischen Regierung bis 2030 um 40 Prozent steigen. "Unsere Energie-Infrastruktur ist ein gewaltiger Kabelsalat", spottet Michael Kanellos, Chefredakteur des renommierten Rechercheportals " Greentech Media". "Es ist ein Wunder, dass wir es damit überhaupt ins Industriezeitalter geschafft haben."
Nun könnte das Schrott-Stromnetz bald modernisiert werden: Angesichts der Klimawandel-Debatte, hoher Energiepreise und einer eigens von US-Präsident Barack Obama ausgerufenen Öko-Offensive steigt der Anreiz, das Geflecht aus Uralt-Leitungen und antiquierten Messgeräten mit Hi-Tech aufzumotzen.
Genau diesen Ansatz verfolgt Silver Spring Network - das Unternehmen hat Technologien entwickelt, mit denen sich die Energie-Infrastruktur in eine riesige Kommunikationsplattform verwandeln lässt, über die, ähnlich wie über das Internet, Daten ausgetauscht werden - und die sich teils vom World Wide Web aus steuern lässt. "Smart Energy Network" nennt Silver Spring dieses Konglomerat aus intelligenten Stromzählern und einem Übertragungsstandard, der Daten mittels IP-Technologie übermitteln kann.
"Es gibt inzwischen hunderte Firmen, die hunderte Millionen Dollar in Projekte stecken, mit denen Strom effizienter genutzt wird", sagt Silver-Spring-Marketingchefin Lisa Magnuson. "Wir schaffen eine zentrale Plattform, über die sich all diese Technologien miteinander vernetzen lassen." Experten sehen darin ein riesiges Potential. "Silver Spring Networks könnte das Rückgrat eines neuen Kommunikationsnetzes generieren", sagt Drew Clark, Strategiechef der IBM-Risikokapitalgruppe. "Die Firma wäre dann für diese Plattform das, was Cisco mit seinen Routern und Switches für das Internet ist."
"Mögliches Heilmittel gegen die Weltwirtschaftskrise"
Andere Firmen, die derzeit Technologien für das intelligente Stromnetz entwickeln, könnten sich dann an diese Plattform ankoppeln. Unternehmen wie Tendril oder Greenbox beispielsweise, die Hard- und Software produzieren, mit deren Hilfe die Endverbraucher ihren Energiebedarf zu Hause in Echtzeit überwachen können. Oder Firmen wie EnerNOC oder Comverge, die Programme anbieten, welche den Stromverbrauch automatisch regulieren können, indem sie etwa zu vordefinierten Zeiten die Klimaanlage in einer Wohnung ab - oder ein Fließband in einer Fabrik anschalten.
Viele dieser Firmen kommen trotz branchenübergreifender Kreditklemme noch immer gut an Investorengeld. Selbst Silicon-Valley-Schwergewichte wie Microsoft und IBM investieren ins schlaue Stromnetz. IBM-Chef Samuel Palmisano huldigte dem Smart-Grid-Markt in einem Gastkommentar im "Wall Street Journal" gar als mögliches Heilmittel gegen die Weltwirtschaftskrise.
Auch der Suchmaschinenriese Google drängt ins schlaue Stromnetz. Er tüftelt an einer ans Internet gekoppelten Überwachungstechnik, mit der Haushalte ihren Energieverbrauch genau prüfen können - und ihn schon mit einfachen Maßnahmen um durchschnittlich 15 Prozent senken können sollen. Für die notwendigen Messgeräte, die Endverbraucher zur Nutzung der Google-Software benötigen, hat der Suchmaschinenriese das sechstgrößte US-Unternehmen General Electric als Partner engagiert.
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Zur Aussage von Daniel Cohn-Bendit: "Der Markt kennt das Wort Zukunft nicht." (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,615713,00.html) Wenn das bedeuten soll, dass im Marktgeschehen Zukunftserwartungen [...] mehr...
Endlich mal jemand der auch begriffen hat, was da läuft. Ich hatte am Anfang auch Schwierigkeiten. Herrlich, wie diejenigen die diesen Androiden Ernst nehmen, fast so ernst argumentieren, wie Georg Schramms Kabarettfiguren. [...] mehr...
Keine Sorge, Knut Beck ist ein Android. Die neueste Modell der SPD. Im Arbeitsspeicher ist nur das Wahlprogramm und das wird endlos abgespult, abgespult, abgespult, abgespult, abgespult ... mehr...
Jetzt spar ich mir mal eine doppelte Erwiderung und mache nur noch Ergänzungen dazu: Zitat: "...voraussichtlichen Investitionsumfang von 10 Mrd. Euro haben und vorrangig der Schaffung klein- *und mittelständischer [...] mehr...
Also wenn die SPD geschlossen hinter ihrem Vorsitzenden steht, ist das immer ein gefährliches Zeichen. Zuletzt hat es ja der Herr Beck gemerkt. Aber seitdem die SPD anfangs der Weimarer Republik die Arbeiter und Soldaten der [...] mehr...
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