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Energie-Startups Tech-Riesen rüsten für Revolution der Stromnetze

2. Teil: Der Smart-Grid-Markt könnte die Solarbranche überholen


Auch im Bereich der Risiko-Investments steigt das Interesse am schlauen Stromnetz. Venture Capitalists, hoch spezialisierte Branchenkenner, investierten 2008 laut " Greentech Media" gut 701,5 Millionen Dollar in Smart-Grid-Startups. Zum Jahresende machten die Investments schon knapp neun Prozent des insgesamt acht Milliarden Dollar schweren Risikokapitals aus, das im vergangenen Jahr in grüne Technologien geflossen ist. Das schlaue Stromnetz ist damit hinter der Solarindustrie der zweitwichtigste Sektor für Investoren.

Begünstigt wird der Aufstieg ausgerechnet durch die Finanzkrise, denn die trifft die Ökokonkurrenz mit Wucht: Durchstarter wie die Solarfirma Ausra mussten plötzlich ihren Börsengang abblasen, ehrgeizige Projekte einfrieren und Mitarbeiter feuern. Einer aktuellen KPMG-Studie zufolge rechnet die Green-Tech-Branche 2009 zwar insgesamt noch mit leicht steigenden Investments - aber nicht mehr mit so bombastischen Zuwachsraten wie in den vergangenen Jahren.

Das Konjunkturpaket stellt Milliarden zur Verfügung

"Der Green-Tech-Sektor ist derzeit paralysiert", sagt IBM-Strategiechef Clark, der weltweit mit über 120 Venture Capitalists (VCs) zusammenarbeitet. "Das schlaue Stromnetz ist einer der wenigen Märkte, die auch in der Krise noch beachtlich zulegen."

Auch Philip Bane, Geschäftsführer von GlobalSmartEnergy, einer Firma, die Konzerne und Regierungsfonds bei Anlagen im Green-Tech-Sektor berät, hält das intelligente Stromnetz für den nächsten großen Boom-Markt. "Der Fokus wird bald nicht mehr auf der günstigen Erzeugung von Strom liegen, sondern auf der Verbesserung der Energie-Infrastruktur", sagt er. "Greentech Media"-Chef Kanellos prognostiziert sogar, das Smart Grid werde mittelfristig den Solarmarkt überflügeln.

Tatsächlich gibt es einige Indikatoren, die auf das Entstehen eines neuen Boom-Markts hindeuten:

  • Das intelligente Stromnetz wird von der US-Regierung massiv unterstützt. Von den 39 Milliarden Dollar, die Präsident Barack Obama in seinem Konjunkturpaket zur Förderung grüner Technologien bereitstellt, sollen allein 4,5 Milliarden ins Smart Grid fließen. Laut einer Studie der Marktforschungsfirma IDC könnten es sogar 8,6 Milliarden Dollar werden.
  • Die Technologien, durch die man das Stromnetz schlauer machen kann, sind ausgereift. Investoren und Unternehmen laufen kaum Gefahr, in Gerätschaften zu investieren, die wider Erwarten nicht funktionieren. Zudem sind Smart-Grid-Projekte etwa im Vergleich zu riesigen Solar- oder Windparks viel günstiger zu realisieren und produzieren schneller Ergebnisse.
  • Hinzu kommt, dass das Smart Grid ähnlich vielfältige Wachstumschancen bietet wie das Internet Mitte der neunziger Jahre. "Wie das Web ist das Stromnetz eine riesige Plattform, für die sich Tausende Anwendungen entwickeln lassen", sagt IBM-Chefstratege Clark. "Setzt der Boom einmal ein, könnte der Markt geradezu explodieren."

Den größten Boom dürfte der Markt erleben, wenn er auf den Endverbraucher überschwappt. Dieser müsste dazu aber erst einmal sein Eigenheim mit intelligenten Stromzählern ausrüsten lassen, über die seine elektrischen Geräte mit dem Stromnetz kommunizieren können. Und das dürfte nur attraktiv sein, wenn aus einer solchen Anschaffung ein sichtbarer Nutzen entsteht - sprich: die Stromrechnung deutlich sinkt.

Das aber ist höchstwahrscheinlich der Fall. Das renommierte Electric Power Research Institute hat in einer Studie berechnet, dass der Energiebedarf massiv sinken würde, wenn Firmen und Privatkunden ihren Verbrauch genauer regulieren. In den USA könnten die CO2-Emissionen durch ein flächendeckendes Smart Grid um zehn Prozent gesenkt werden - das hätte etwa denselben Effekt, wie wenn man 140 Millionen Autos von der Straße entfernt.

Auch der Wille zu mehr Kontrolle ist laut einer Studie des Tech-Riesen IBM vorhanden. 6000 Verbraucher in zwölf Ländern wurden befragt - 90 Prozent der Studienteilnehmer würden es begrüßen, mittels intelligenter Stromzähler mehr Kontrolle über den eigenen Verbrauch zu gewinnen.

Nach Meinung der Firma Silver Spring Networks, die an der Umstellung auf solche Zähler besonders stark verdienen würde, hat das Internet die Nutzerbedürfnisse auch auf dem Strommarkt verändert. "Menschen können heute im Internet Autos kaufen", sagt Marketingchefin Magnuson. "Sie sind es zu Recht leid, dass ihre einzige Kontrollmöglichkeit über den eigenen Energieverbrauch das An- und Ausschalten von Geräten ist."

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insgesamt 594 Beiträge
Rainer Eichberg 23.03.2009
"Wo Schatten ist, da ist auch Licht" Selbstverständlich wird die Krise Gewinner hervorbringen. Viele Menschen haben gemerkt, daß sie sich von anderen abhängig gemacht haben. Stichwort: Hohe Energiekosten. Wer kann, [...]
"Wo Schatten ist, da ist auch Licht" Selbstverständlich wird die Krise Gewinner hervorbringen. Viele Menschen haben gemerkt, daß sie sich von anderen abhängig gemacht haben. Stichwort: Hohe Energiekosten. Wer kann, wird tunlichst versuchen, weitere Abhängigkeiten zu minimieren, wenn es um den Bau eines Eigenheimes geht: Erdwärme, Sonnenenergie usw. boomen doch jetzt schon.
auriculum 23.03.2009
Jede Krise hat auch ihre Gewinner, seien es die "Kriegsgewinnler" oder eben innovative Firmen. Jede Krise zwingt auch immer zum Umdenken, so geschehen z.B. beim Wandel unserer Gesellschaft in eine [...]
Zitat von sysopWeltweit kämpfen Banken und Unternehmen mit den Folgen des Finanzmarktbebens: Doch junge Firmen mit innovativen Produkten stemmen sich gegen den Abschwung. Können diese Firmen als Gewinner aus der Weltwirtschaftskrise hervorgehen?
Jede Krise hat auch ihre Gewinner, seien es die "Kriegsgewinnler" oder eben innovative Firmen. Jede Krise zwingt auch immer zum Umdenken, so geschehen z.B. beim Wandel unserer Gesellschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft.
knut beck 23.03.2009
"Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch." Ich denke, viele Menschen - und täglich werden es mehr - begreifen die Krise auch als eine Chance für einen grundlegenden politischen Neuanfang mit der SPD am 27. [...]
Zitat von Rainer Eichberg"Wo Schatten ist, da ist auch Licht" Selbstverständlich wird die Krise Gewinner hervorbringen. Viele Menschen haben gemerkt, daß sie sich von anderen abhängig gemacht haben. Stichwort: Hohe Energiekosten. Wer kann, wird tunlichst versuchen, weitere Abhängigkeiten zu minimieren, wenn es um den Bau eines Eigenheimes geht: Erdwärme, Sonnenenergie usw. boomen doch jetzt schon.
"Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch." Ich denke, viele Menschen - und täglich werden es mehr - begreifen die Krise auch als eine Chance für einen grundlegenden politischen Neuanfang mit der SPD am 27. September.
AchimT 23.03.2009
Ich sehe das so ähnlich wie Sie. Und ich muss (kann) gestehen, dass ich bis jetzt persönlich von der Krise noch nichts gespürt habe. Rente + Betriebspension kommen wie gewohnt, Haus ist bezahlt, alles bestens also. [...]
Zitat von Rainer Eichberg"Wo Schatten ist, da ist auch Licht" Selbstverständlich wird die Krise Gewinner hervorbringen. Viele Menschen haben gemerkt, daß sie sich von anderen abhängig gemacht haben. Stichwort: Hohe Energiekosten. Wer kann, wird tunlichst versuchen, weitere Abhängigkeiten zu minimieren, wenn es um den Bau eines Eigenheimes geht: Erdwärme, Sonnenenergie usw. boomen doch jetzt schon.
Ich sehe das so ähnlich wie Sie. Und ich muss (kann) gestehen, dass ich bis jetzt persönlich von der Krise noch nichts gespürt habe. Rente + Betriebspension kommen wie gewohnt, Haus ist bezahlt, alles bestens also. Energiemäßig hinke ich noch etwas hinter her, heize z.B. mit Öl, aber das ist im Moment auch nicht so schlecht, und beim Strom konnte ich durch Einhaltung einiger strikter Maßnahmen den Verbrauch drastisch reduzieren. Auch hier also alles bestens eigentlich. Was mir zu denken gibt, ist die Geldmenge, die z.B. die Amerikaner derzeit in den Markt werfen. Hierdurch könnte eine massive Inflation ausgelöst werden, die, wenn sie Ausmaße wie Anfang der 20er Jahre letzten Jh. in Deutschland annehmen sollte, alles in der Welt zum Einsturz bringen würde. Und dann wäre nichts mehr bestens und niemand würde gestärkt aus der Krise kommen. Das macht mir Angst.
Andreas Heil 23.03.2009
Schwer vorstellbar, wie eine Resozialisierung in der Regierung ausgerechnet in der Spezialdemokratie vonstatten gehen soll. Aber vielleicht ist eine Läuterung als marginalisierter Juniorpartner ja möglich, wenn die Partei ihre [...]
Zitat von knut beck"Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch." Ich denke, viele Menschen - und täglich werden es mehr - begreifen die Krise auch als eine Chance für einen grundlegenden politischen Neuanfang mit der SPD am 27. September.
Schwer vorstellbar, wie eine Resozialisierung in der Regierung ausgerechnet in der Spezialdemokratie vonstatten gehen soll. Aber vielleicht ist eine Läuterung als marginalisierter Juniorpartner ja möglich, wenn die Partei ihre Führungsriege weitesgehend entsorgt. Zumindest ist eine linke Regierung ohne die SPD im September ja noch nicht vorstellbar, aber andere Demokratien oder auch schon einzelne einstellige Ergebnisse für die SPD zeigen ja wo's ansonsten hingeht.
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