Wolfsburg - Die ersten beiden Monate des Jahres 2009 lassen einiges befürchten. In den wichtigsten Märkten gingen die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf rund 809.000 Fahrzeuge zurück, teilte VW-Chef Martin Winterkorn bei der Jahresbilanz mit. Sein Trost: Volkswagen
konnte sich im Gesamtmarkt immerhin besser behaupten als die Konkurrenten.
VW-Chef Winterkorn: Ziel bleibt die Spitze der Automobilindustrie
Trotz der Krise hält Winterkorn an den Wachstumszielen bis 2018 fest. Innovative und umweltfreundliche Produkte seien ein Schlüssel für die Zukunft des Unternehmens. Winterkorn zeigte sich überzeugt, dass sich die Lage auf den Automobilmärkten wieder bessern wird. "Und darauf bereitet sich der Volkswagen-Konzern sehr konsequent vor." Die Produktoffensive sehe vor, bis 2010 zusätzlich 20 völlig neue Modelle vorzustellen. "Wir spielen weiterhin auf Angriff", sagte Winterkorn. "Unser Ziel haben wir dabei fest im Blick: Die Spitze der Automobilindustrie."
Größter Autobauer der Welt ist derzeit Toyota
. VW ist bislang nach dem US-Autobauer General Motors
, der ums Überleben kämpft, die Nummer drei weltweit.
Ein "Lichtblick" in der Krise sei Deutschland, sagte Winterkorn. Die Abwrackprämie habe zu einem Ansturm auf die Autohäuser geführt. Gemessen an den Auftragseingängen sei der Februar für VW der mit Abstand beste Monat seit der Wiedervereinigung gewesen. Die Auslieferungen für die Marke Volkswagen Pkw stiegen um 20 Prozent.
Vor allem die Tochter Seat macht Probleme
Der erfreulichen Entwicklung in Deutschland stünden allerdings unverändert dramatische Einbrüche in den USA, Japan und Europa gegenüber, sagte der Manager. VW gehe für das Jahr 2009 von einem weltweiten Gesamtmarkt unterhalb der 50- Millionen-Marke aus. Im Vorjahr lag der Markt noch bei 55 Millionen Neufahrzeugen. VW rechnet für das laufende Jahr früheren Aussagen zufolge konzernweit mit einem Absatzeinbruch von rund zehn Prozent.
Der Umsatz werde 2009 unter dem des Vorjahres liegen, sagte Winterkorn. Steigende Refinanzierungskosten und ein höherer Absatzanteil von Regionen mit niedriger Marge belasteten das Ergebnis. Deshalb könne das hohe Ergebnisniveau der Vorjahre nicht wieder erreicht werden.
2008 war das operative Ergebnis gegen den Branchentrend um 3,0 Prozent auf den Rekordwert von 6,3 Milliarden Euro gestiegen, wie VW bereits bekanntgegeben hatte. Bei Volkswagen Pkw legte das operative Ergebnis um fast 40 Prozent auf 2,715 Milliarden Euro zu, nach 1,940 Milliarden im Vorjahr. Damit leistete die Kernmarke einen fast ebenso großen Beitrag zum operativen Ergebnis wie die Tochter Audi
, geht aus der Mitteilung vom Donnerstag hervor. Die Ingolstädter erreichten mit 2,772 Milliarden Euro eine Steigerung von 2,5 Prozent. Die schwedische Lkw-Tochter Scania
steuerte nach der Mehrheitsübernahme im Jahr 2008 erstmals 417 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei.
In die roten Zahlen rutschte dagegen die spanische Tochter Seat, die einen Fehlbetrag von 78 Millionen Euro verbuchte. Im Vorjahr stand bei Seat noch ein Gewinn von acht Millionen Euro in den Büchern. Erst am Mittwoch entschied der Konzern, mit dem Mazda-Manager James Muir einen neuen Seat-Chef zu benennen. Auch das Finanzdienstleistungsgeschäft schrumpfte.
Unter dem Strich blieb für den Gesamtkonzern ein Gewinn von rund 4,7 Milliarden Euro - 13,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 113,8 Milliarden Euro.
mik/dpa/Reuters/dpa-AFX/AP
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