Mittwoch, 10. Februar 2010

Wirtschaft



Finanzkrise

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13.03.2009
 

Kauf von HRE-Aktien

Bund will mit Finanzinvestor Flowers verhandeln

Die Bundesregierung ist offenbar zu ernsthaften Kaufverhandlungen über die Hypo Real Estate bereit. Laut einem Pressebericht soll es am Sonntag ein Treffen mit Großaktionär Christopher Flowers geben. Das Ziel: eine Mehrheitsübernahme durch den Staat nach Marktpreisen.

Frankfurt am Main - Noch ist alles offen, doch in zwei Tagen könnte sich die Zukunft der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) entscheiden. Laut "Süddeutscher Zeitung" will die Bundesregierung am Sonntag mit dem US-Finanzinvestor Christopher Flowers über dessen Anteil an der HRE verhandeln.

Zentrale der Hypo Real Estate in München: Am Börsenkurs orientieren
DDP

Zentrale der Hypo Real Estate in München: Am Börsenkurs orientieren

Vonseiten des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin hieß es demnach, der Bund sei zu ernsthaften Kaufverhandlungen bereit. Flowers hingegen wolle unverändert HRE-Aktionär bleiben, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Umfeld des Finanzinvestors.

Beim Preis wolle sich die Regierung am Börsenkurs orientieren. Am Donnerstag lag der Schlusskurs der HRE-Aktie bei 77 Cents. Flowers verlange allerdings rund drei Euro je Aktie, schreibt die Zeitung. Bei seinem Einstieg hatte der Finanzinvestor 22,50 Euro bezahlt.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) strebt die Kontrolle über die Hypo Real Estate an. Der Staat bewahrt das Institut mittlerweile mit Garantien über fast 90 Milliarden Euro vor dem Bankrott. Ein bereits vom Kabinett auf den Weg gebrachter Gesetzentwurf schließt als letztes Mittel auch eine Verstaatlichung nicht aus. Diese Variante ist in der Großen Koalition jedoch umstritten - die Union drängt auf eine marktwirtschaftliche Lösung. Eine solche könnte mit einem regulären Verkauf der HRE-Aktien von Flowers an den Bund erreicht werden.

Ob Flowers mitspielt, ist offen. Laut "SZ" hält er eine Bundesbeteiligung in Höhe von gut 75 Prozent für ausreichend, was bedeuten würde, dass er sein Aktienpaket von knapp 17 Prozent ganz oder zumindest teilweise behalten könnte.

Steinbrück und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seien allerdings entschlossen, Aktionäre notfalls zu enteignen, wenn sie einer Sanierung im Wege stehen, schreibt die Zeitung. In Soffin-Kreisen hieß es dem Bericht zufolge, man bevorzuge aber eine Verhandlungslösung, weil dies das Klagerisiko deutlich verringern würde. Sobald man sich mit Flowers einig sei, könne den übrigen Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot unterbreitet werden.

Indes wies Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) den Vorstoß von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zurück, der eine Enteignung der Bank vermeiden will. "Ich verstehe hier meinen Kollegen nicht. Wir haben gemeinsam beschlossen, dass wir die HRE nicht in die Insolvenz gehen lassen können, weil sie systemische Relevanz hat", sagte Zypries der "Rheinischen Post".

"Insolvenz müsste sie längst anmelden, wenn der Staat sie nicht massiv unterstützte. Aber gerade weil eine Insolvenz dieser Bank nicht überschaubare Folgen für unseren gesamten Finanzmarkt hätte, haben wir uns darauf verständigt, dass der Bund, wenn er sich finanziell schon in erheblichem Umfang mit Steuergeldern engagiert, auch die Kontrolle über dies Bank übernehmen muss." Die Ministerin betonte jedoch: "Vorzugsweise wollen wir die Kontrolle durch einen gesellschaftsrechtlichen Kapitalschnitt bekommen - eine Enteignung kann nur das letzte Mittel, die ultima ratio sein."

wal/Reuters

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