Düsseldorf - Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Postchef Klaus Zumwinkel hat sich seine gesamten Pensionsansprüche auszahlen lassen - insgesamt rund 20 Millionen Euro. Damit habe er keine Ansprüche mehr, heißt es in dem aktuellen Geschäftsbericht des Konzerns. Die Summe wurde darin zwar nicht genau beziffert, lässt sich aber aus dem Geschäftsbericht erschließen, schreibt die "Börsen-Zeitung". Der Bonner Konzern wollte die Zahl am Freitag auf Anfrage nicht kommentieren.
Zumwinkel war wegen seiner Liechtensteiner Steueraffäre und der Hinterziehung von knapp einer Million Euro im Januar 2009 vom Bochumer Landgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Bis zum Jahresende muss er noch eine Geldbuße von einer Million Euro zahlen.
Zumwinkel erhielt außerdem laut Geschäftsbericht für die zwei Monate seiner Tätigkeit im Jahr 2008 Bezüge von insgesamt 714.045 Euro. Darunter war eine Bonuszahlung von 480.184 Euro. Außerdem erhielt er Aktienoptionen mit einem sogenannten Zeitwert von mehr als einer Million Euro. Das Jahresgehalt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) liegt bei rund 250.000 Euro.
Damit war Zumwinkel aus dem aktiven Vorstand der einzige, der einen Bonus für 2008 erhielt. Die anderen Vorstände, darunter sein Nachfolger Frank Appel, hatten angesichts eines Milliarden-Jahresverlusts auf Boni verzichtet.
Razzien bei Zumwinkel und Ricke
Zumwinkels Wohnsitz am Gardasee wurde ebenso durchsucht wie Häuser des ehemaligen Konzernchefs Kai-Uwe Ricke in Bayern und der Schweiz. Dabei ging es nicht um Steuerhinterziehung, sondern um die Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom
. Die Zentrale der Deutschen Post
war ebenfalls Ziel der Ermittlungen. Ein Sprecher Rickes kündigte an, der Anwalt des Ex-Telekom-Managers werde gegen den Durchsuchungsbeschluss und die Art, wie er vollzogen worden sei, Rechtsmittel einlegen.
Ein Sprecher Zumwinkels bestätigte Informationen der "Tageszeitung" und der "Bild"-Zeitung, wonach bei der Aktion am Mittwoch an Zumwinkels neuem Wohnsitz in Italien zwei Computer sichergestellt wurden. Weitere Dokumente oder Gegenstände seien nicht mitgenommen worden. Apostel wollte sich dazu nicht äußern. An den Durchsuchungen in Italien und der Schweiz waren dem Oberstaatsanwalt zufolge auch deutsche Ermittler beteiligt.
cte/Reuters/AP/dpa/ddp
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