Berlin - Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel hat die Auszahlung seiner gesamten Pensionsansprüche in Millionenhöhe verteidigt: "Ich bin doch nicht der einzige, der sich seine Rente frühzeitig ausbezahlen lässt. In meinem Arbeitsvertrag war die Wahlmöglichkeit vorgesehen und ich habe die Möglichkeit wahrgenommen", sagte Zumwinkel der "Bild am Sonntag". Das sei "bei der Post ein ganz normaler Vorgang".
Der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel: "ganz normaler Vorgang"
Der Geschäftsbericht weckt nun Zweifel an Zumwinkels Angaben zu seinem Vermögen in dem Strafverfahren. Vor Gericht hatte er seinen Besitz mit rund 13 Millionen Euro beziffert.
Zumwinkel war wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Derzeit wird gegen ihn noch in der Abhöraffäre der Deutschen Telekom ermittelt. Fahnder durchsuchten dazu unter anderem seine Burg am Gardasee.
Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet zudem, auch der Aufsichtsratsvorsitzende und langjährige Chef der Postbank, Wulf von Schimmelmann, mache von dem Wahlrecht Gebrauch und lasse sich seine Ansprüche komplett auszahlen. Dies seien rund 11 Millionen Euro. Das lässt sich der Zeitung zufolge aus dem Postbank-Geschäftsbericht erschließen. Die Post wollte die Informationen nicht bestätigen. Von Schimmelmann trat 2007 nach acht Jahren an der Spitze der Postbank zurück.
beb/AFP
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