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16.03.2009
 

US-Regierungshilfen

Deutsche Bank kassierte Milliarden von AIG

Neuer Wirbel um AIG: Der angeschlagene US-Versicherungskonzern hat offengelegt, welche Geschäftspartner von den Finanzhilfen der US-Regierung profitieren. Darunter sind mehrere deutsche Firmen - allein die Deutsche Bank erhielt knapp zwölf Milliarden Dollar.

New York - Der angeschlagene US-Versicherungskonzern AIG hat sich dem Druck gebeugt - er hat die bisher geheimen Namen seiner Geschäftspartner veröffentlicht, die von den Milliardenhilfen der US-Regierung profitiert haben.

AIG-Filiale in New York: Deutsche Bank kassierte zwölf Milliarden Dollar
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AFP

AIG-Filiale in New York: Deutsche Bank kassierte zwölf Milliarden Dollar

Seit dem Herbst hat der US-Staat fast 170 Milliarden Dollar in AIG gesteckt, um es vor der drohenden Insolvenz zu bewahren. Mittlerweile hält der Staat fast 80 Prozent an dem Konzern.

Bisher weigerte der Versicherer sich aber, die Namen der Begünstigten preiszugeben - obwohl der Bankenausschuss des US-Senats heftig gegen die Geheimhaltung protestiert hatte. "Wir müssen wissen, wer davon profitiert hat, und wir werden es herausfinden", hatte der Republikaner Richard Shelby gedroht.

Am Sonntagabend veröffentlichte der international operierende Multi nun die Liste. Die Unternehmen, Banken und Fonds sind in erster Linie über Credit Default Swaps (CDS) mit AIG verbunden - Kreditderivate, die als eine Art Versicherungspolice für riskante Investments dienen. AIG hatte mit den Partnern Geschäfte gemacht, bis der Kreditmarkt einfror und auf einmal enorme Ausfallraten gezahlt werden mussten. AIG nutzt die US-Staatsmilliarden nun also, um seine weltweiten Schulden zu begleichen.

AIG hatte vor Veröffentlichung der Liste die zuständige US-Notenbank konsultiert, um sicherzustellen, dass dieser Schritt von Nutzen sei und AIG oder seinen Vertragsparteien keinen Schaden zufüge.

Insgesamt legte AIG diesbezügliche Kollateralzahlungen an Banken in Höhe von bisher 94 Milliarden Dollar offen. Weitere 12,1 Milliarden Dollar gingen an US-Bundesstaaten.

Die Deutsche Bank bekam demzufolge bisher 11,8 Milliarden Dollar aus der US-Staatskasse weitergereicht. Auch andere deutsche Finanzinstitute sind auf der AIG-Liste prominent vertreten: Die Dresdner Bank und ihre Investmenttochter Dresdner Kleinwort (insgesamt 2,6 Milliarden Dollar), die DZ Bank (1,7 Milliarden Dollar) und die Landesbank Baden-Württemberg (100 Millionen Dollar).

Die Veröffentlichung offenbart die globale Verstrickung von AIG und zeigt, welche verheerenden Konsequenzen ein Kollaps des einst weltgrößten Versicherers haben würde. Die Liste der AIG-Geschäftspartner ist ein Who's Who der mächtigsten Finanzinstitute, sowohl in den USA (Goldman Sachs, Merrill Lynch, JPMorgan Chase, Morgan Stanley, Bank of America) wie auch in Westeuropa (Société Générale, Barclays, UBS, Credit Suisse, Banco Santander, HSBC, Royal Bank of Scotland). Unter den US-Bundesstaaten, die über Investments an das Schicksal von AIG gekoppelt sind, finden sich Kalifornien, Ohio, Massachusetts, Florida, Texas und New York.

AIG war am Wochenende erneut scharf in die Kritik geraten, als bekannt wurde, dass der Konzern trotz seiner Existenzkrise für 2008 mindestens 165 Millionen Dollar an Manager-Boni zahlt. Dazu sei man vertraglich leider verpflichtet, bedauerte AIG-Chairman Edward Liddy in einem Brief an US-Finanzminister Timothy Geithner. "Ehrlich gesagt: AIG sind die Hände gebunden", schrieb Liddy. Für 2009 werde der Konzern die verbleibenden Gehälter der Spitzenmanager in der Sparte für Finanzprodukte allerdings stark kürzen und die künftigen Bonus-Zahlungen umstrukturieren.

pit

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