Berlin - SPD-Chef Franz Müntefering hat sich für die Einführung einer Frauenquote in Unternehmen nach norwegischem Vorbild ausgesprochen. Demnach soll in allen Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen ein Frauenanteil von 40 Prozent vorgeschrieben werden. Müntefering sagte, er wolle sich dafür einsetzen, dass die Quote in das SPD-Wahlprogramm aufgenommen wird. Eine gesetzliche Fixierung für die Privatwirtschaft könne dann in der nächsten Wahlperiode verabschiedet werden.
Müntefering mit Initiatorinnen der "Nürnberger Resolution": "Volle Sympathie"
Müntefering traf in der Berliner SPD-Zentrale mit den Initiatorinnen der "Nürnberger Resolution" zusammen, die sich eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils in den Führungsetagen der Wirtschaft zum Ziel gesetzt hat. Die Unterzeichner halten gesetzliche Regelungen für den einzigen Weg, Frauen entsprechend ihrer Qualifikationen in Führungspositionen zu bringen. Initiatorin Martine Herpers sagte nach dem Gespräch mit dem SPD-Chef: "Wir konnten tatsächlich in der Diskussion Herrn Müntefering überzeugen." Dieser erwiderte, das Anliegen habe seine "volle Sympathie", er sei "gerne bereit mitzumachen".
Müntefering verwies auf den seit 1988 geltenden SPD-Quotenbeschluss, der die Besetzung von Spitzenämtern in der Partei auf allen Ebenen zu 40 Prozent für Frauen vorschreibt. Seine Erfahrung in der Partei sei: "Ohne geht das nicht."
Bislang haben nur die Grünen eine Frauenquote für hohe Wirtschaftsposten unterstützt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich ausdrücklich dagegen gewandt.
In Deutschland sind nach Angaben der Initiative von etwa 1100 Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Unternehmen lediglich zwischen 6 und 8 Prozent weiblich. In den Vorständen der 30 Dax-notierten Unternehmen sind in Deutschland weiterhin kaum Frauen vertreten.
In Norwegen gilt seit 2008 für knapp 500 Aktiengesellschaften die 40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten. Firmen, die dagegen verstoßen, drohen Strafen bis zum Entzug der Börsenzulassung. Auch Länder wie Schweden und Spanien haben ähnliche gesetzliche Vorschriften auf den Weg gebracht. Laut Studie der Beratungsfirma McKinsey bei den größten multinationalen Konzernen lag die Rendite in Unternehmen mit einem besonders hohen Frauenanteil im Top-Management um zehn Prozent über dem Branchendurchschnitt.
cte/Reuters/AP/dpa-AFX
Auf anderen Social Networks posten:
Lieber nicht, den die erste Quote hatten wir schon bei "Grün". Einfach entsetzlich unfähig was dabei heraus kam.. Trittin,... der Grüne, der für seine Werte nie mals einsteht!! ..habe ich selber getestet mit [...] mehr...
Es gibt noch weitere gifige Kommentare von Frauen zum Thema, idR. sind diese nicht öffentlich quotierbar. mehr...
Eine gute Idee die SPD unterm Teppich verschwinden zu lassen, was nicht heißt, dass ich eine "Männerquote" bevorzuge. Während meiner 44jhr. Tätigkeit ging es nach "Können" nicht nach Geschlecht. Wenn ich [...] mehr...
Naja, Iris Radisch meint ja im Kölner Stadtanzeiger (http://www.ksta.de/html/artikel/1250675173362.shtml) Zitat: "die soziale Bedeutungslosigkeit der Frau jenseits der magischen Fertilitätsgrenze, hinter der die von jungen [...] mehr...
Was hier als Satire (Schwulenquote) beschrieben wird, kann schon bald Wirklichkeit werden ! Ich sage nur Wowereit mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH