Moskau/New York - Die internationale Popularität von US-Präsident Barack Obama treibt skurrile Blüten - und geht bisweilen hart an die Grenzen des guten Geschmacks. So zeigt die Reklame für das russische "Duet"-Eis - einem Vanilleeis-Riegel mit Schokokern - einen schwarzen Cartoon-Mann vor dem Capitol in Washington. Zu lesen ist der Slogan: "Innen dunkel, außen weiß".
Kritiker bezeichneten die Reklame als rassistisch. In einem Internetforum fragte sich ein Nutzer, ob das Eis wohl so geschmacklos ist wie die Anzeige. PR-Fachmann Andrej Gubaidullin, der die Idee für das Motiv hatte, wies dies am Freitag zurück: "Aus russischer Sicht ist das überhaupt nicht rassistisch - das ist einfach lustig, fertig aus." Außerdem sei er Obama-Fan.
Neben der Eiscreme-Werbung kursieren in Moskau derzeit auch noch Handzettel, auf denen Sonnenstudio-Betreiber mit Obama-Fotos ihre Dienstleistungen anpreisen. Schon im vergangenen Herbst zeigten Prospekte Obama-Bilder zusammen mit Werbung für die "vollkommene Dental-Demokratie". Damit machten russische Zahnkliniken auf sich aufmerksam.
Obama selbst hat Werbeauftritte jedenfalls nicht mehr nötig. Der Präsident ist mit seinen beiden Büchern "Ein amerikanischer Traum" und "Hoffnung wagen" zum Multimillionär geworden. Die "New York Times" bezifferte das Vermögen, das sich der Autor Obama mit den Tantiemen erwarb, auf 8,6 Millionen Dollar.
Erst in dieser Woche sei bekannt geworden, dass Obama wenige Tage vor dem Einzug ins Weiße Haus einen neuen Vertrag über 500.000 Dollar unterzeichnet habe, berichtete die Zeitung am Freitag. Die Hälfte dieses Betrages beziehe er für eine neue Version seiner Biografie ("Ein amerikanischer Traum"), die sich speziell an junge Leser wendet.
suc/AFP/dpa-AFX
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