Wirtschaft



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23.03.2009
 

Speditionen

Wissmann fordert Rücknahme der Lkw-Maut-Erhöhung

Matthias Wissmann, oberster Auto-Lobbyist Deutschlands, sorgt sich um die Speditionen: In Zeiten der Krise solle der Staat der Branche mehr helfen - und die zu Jahresbeginn vorgenommene Erhöhung der Lkw-Maut zurücknehmen. Unterstützung erhält er aus Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Hamburg - Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, hat vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise mehr staatliche Unterstützung für die Speditionsbranche gefordert. Die Bundesregierung müsse "die Anstrengungen zur Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen für unsere Speditionen und Fuhrunternehmen verstärken", damit die deutschen Unternehmen nicht "zu einem großen Teil vom Markt verschwinden". Derzeit seien 3000 bis 5000 Unternehmen in einer akuten Existenzkrise, warnte Wissmann in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Streitobjekt Lkw-Maut: Sorge um die Speditionsbranche
DPA

Streitobjekt Lkw-Maut: Sorge um die Speditionsbranche

Der VDA-Präsident erneuerte seine Forderung, die zum Jahresbeginn vorgenommene Erhöhung der Lkw-Maut auszusetzen. Eine solche Maßnahme "käme spät", wäre aber ein wichtiges Signal, sagte Wissmann. Die Erhöhung der Maut sei für die Kunden der Automobilindustrie, die Spediteure und Fuhrunternehmen, "zum falschen Zeitpunkt gekommen". Das Nutzfahrzeugspektrum leide derzeit noch stärker unter der Krise als der Pkw-Bereich - mit Auftragsrückgängen gegenüber dem Vorjahr bei schweren Lastwagen zwischen 20 und 40 Prozent, im Aufbauten-, Anhänger- und Trailerbereich sogar von 70 bis 90 Prozent.

Verkehrs- und Finanzministerium müssten den Speditionsunternehmen nun "schnellstmöglich die bei der Einführung der Maut zugesagten Harmonisierungsmittel in Höhe von jährlich 600 Millionen Euro zukommen lassen", forderte Wissmann. Er warnte die Bundesregierung davor, die zugesagte Zahlung dieser Entschädigung auszusetzen, nur weil die Maut wegen der ausbleibenden Fahrten zu Jahresbeginn "etwas spärlicher" fließe. Am Ende des Jahres müsse sichergestellt sein, dass wirklich die zugesagte Summe geflossen sei.

Unterstützung signalisierten die Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg und Niedersachsen, Ernst Pfister und Philipp Rösler (beide FDP). "Die Mauterhöhung zum 1. Januar 2009 kam zu einer Unzeit", sagte Pfister dem Berliner "Tagesspiegel". Es sei "grundsätzlich falsch, die Unternehmen in der momentanen wirtschaftlichen Lage mit zusätzlichen Abgaben zu belasten". Pfister forderte "steuerliche Entlastungen wie zum Beispiel die Aussetzung der Mauterhöhung" für die Branche.

kaz/dpa

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