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US-Autokrise GM und Chrysler droht Blitz-Insolvenz

2. Teil: Pläne für die "Schnellspülgang-Insolvenz"

Das Weiße Haus lancierte dafür sofort ein neues Schlagwort: "quick-rinse bankruptcy" ("Schnellspülgang-Insolvenz"). Dieses Verfahren würde den knappen Fristen für die neuen GM-und Chrysler-Sanierungspläne entsprechen und zugleich die kniffligsten Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, die einer Gesundung der Autobauer entgegenstehen. Darunter fallen in erster Linie Schulden (28 Milliarden Dollar allein bei GM) und die horrenden Sozialleistungen.

GM-Markenübersicht
DPA
General Motors hat sein Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen. Nun will der Konzern erneut an die Börse - aber wie gut ist er aufgestellt? SPIEGEL ONLINE stellt die wichtigsten Marken vor.
Die Ausgaben für Sozialleistungen stellen vor allem die Opel-Mutter GM vor schier unlösbare Probleme. Ihre Reduzierung wäre der beste Weg zur Kostensenkung - und zugleich das größte Problem in den Gesprächen mit der mächtigen Auto-Gewerkschaft UAW. Die Kfz-Industrie ist in den USA die einzige Branche, die Pensionären die Krankenversicherung ebenso zahlt wie Angestellten. In ihrem jüngsten Bericht schätzte Obamas Auto-Arbeitsgruppe, dass diese Kosten für GM bis 2013 auf rund sechs Milliarden Dollar im Jahr anschwellen werden. Um die Ausgaben zu decken, müsste der Konzern pro Jahr sage und schreibe 900.000 zusätzliche Autos verkaufen.

Das hält Obamas Auto-Arbeitsgruppe für völlig unrealistisch - wie die meisten Vorschläge, mit denen die Konzerne ihre Sanierungspläne vom Februar versehen hatten. Zwar räumte der Präsident "bedeutsame Fortschritte" ein. Doch der vernichtende Report seiner Experten liest sich anders: So herrsche "bei den Verbrauchern die Meinung, dass GM Autos von geringerer Qualität baut". Auch das neue GM-Elektroauto Chevy Volt sei trotz aller Vorschusslorbeeren "wahrscheinlich zu teuer, um kurzfristig kommerziell erfolgreich zu sein". So bereiten sie dem "Chapter 11"-Insolvenzverfahren den Weg.

Die US-Regierung hat nach Informationen des "Wall Street Journals" schon sehr konkrete Pläne: Demnach sollen GM und die frühere Daimler-Tochter Chrysler in je eine "gute" und eine "schlechte" Firma geteilt werden, ähnlich wie bei den maroden Banken.

Im "schlechten" GM-Bereich würden alle Lasten gebündelt, etwa die Sozialkosten und unprofitable Marken wie Hummer und Saturn. Das "gute" GM - inklusive Chevy und Cadillac - könnte selbständig bleiben, womöglich mit einer Beteiligung von Gewerkschaften und Gläubigern. "Das ist der Plan", zitierte das "Journal" einen der Verhandlungsbeteiligten.

Chrysler bekam vom Weißen Haus dabei wesentlich schlechtere Chancen eingeräumt. Das "gute" Chrysler soll demnach an den italienischen Fiat-Konzern gehen, mit dem Chrysler bereits ein Rahmenabkommen getroffen hat.

Fiat-Chef Sergio Marchionne erklärte, eine Allianz würde aus "Chrysler nicht nur finanziell ein stärkeres Unternehmen machen, sondern auch dabei helfen, amerikanische Arbeitsplätze zu erhalten". Vorgesehen ist offenbar, dass Fiat zunächst einen bis zu 35-prozentigen Anteil übernimmt und nach Tilgung der Schulden dann zum Mehrheitseigner wird.

Nicht alle Branchenexperten begrüßten allerdings die Insolvenz-Option. "Schnellspülgang klingt gut", sagte der Konkursfachmann Brad Coulter der "Detroit Free Press". "Ich weiß nur nicht, ob das wirklich funktionieren würde." Den Begriff habe er am Montag zum ersten Mal gehört.

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insgesamt 634 Beiträge
Benjamin1965 30.03.2009
Sollen sie ueberleben? Ist das im Interesse des deutschen Volkes? Ist das Interesse der Amerikaner? Eines ist absolut sicher: Obama (und jeder andere US President) werden US Interessen vor jegliche andere Interessen der Welt [...]
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Sollen sie ueberleben? Ist das im Interesse des deutschen Volkes? Ist das Interesse der Amerikaner? Eines ist absolut sicher: Obama (und jeder andere US President) werden US Interessen vor jegliche andere Interessen der Welt stellen. Leider kann man das von einer deutschen Regierung nicht behaupten.
Laotse 30.03.2009
Da müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind [...]
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Da müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
Beutz 30.03.2009
Es passiert -im Gegensatz zu D- endlich das, was passieren muss. Liebe Grüße.
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Es passiert -im Gegensatz zu D- endlich das, was passieren muss. Liebe Grüße.
Tom_63 30.03.2009
Hätten die Taugenichtse von Manager schon früher nach alternativen Antrieben gesucht wäre es nicht soweit gekommen. Bush war da sicher auch ein Bremser und als Präsident ein Versager. Bei den Deutschen Autobauern gilt das [...]
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Hätten die Taugenichtse von Manager schon früher nach alternativen Antrieben gesucht wäre es nicht soweit gekommen. Bush war da sicher auch ein Bremser und als Präsident ein Versager. Bei den Deutschen Autobauern gilt das Gleiche. Wenn sie weiter so schlafen dann ist es auch um sie geschehen. Auf keinen Fall dürften die Autobauer durch staatliche Hilfe gestützt werden. Dies gilt auch für die Banken.
kleinrentner 30.03.2009
hat es verdient gerettet zu werden. So gesehen ist eine Anpassung über ein geordnetes Insolvenzverfahren zu befürworten. Entspricht ja auch den Marktregeln!!! Für De sei noch zu sagen, dass ich es unerträglich finde, wie die [...]
Zitat von LaotseDa müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
hat es verdient gerettet zu werden. So gesehen ist eine Anpassung über ein geordnetes Insolvenzverfahren zu befürworten. Entspricht ja auch den Marktregeln!!! Für De sei noch zu sagen, dass ich es unerträglich finde, wie die asozialen Opelbetriebsräte, denen das Schicksal und vor allem die Arbeitsbedingungen ihrer Leih-und Zeitarbeiter jahrelang nicht im Geringsten interessierte, jetzt die deutsche Politik mitleidsheischend versuchen in eine Staatsbeteiligung zu quatschen. Schlage vor, die Herren Betriebsräte fahren nach Detroit und jammern da, bei ihrem Herrn und Brötchengeber. Opel ist schliesslich seit 80 Jahren kein deutsches Unternehmen mehr, und als Steuerzahler ein Totalverweigerer.
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