München - Die Deutschen trösten sich in Zeiten der Finanzkrise mit Schokolade über schlechte Nachrichten hinweg. Auf dem deutschen Markt wurden 2008 mit rund fünf Milliarden Euro gut sieben Prozent mehr mit Schokoladenerzeugnissen umgesetzt als im Vorjahr, wie der Süßwarenhandelsverband Sweet Global Networks (SG) am Dienstag unter Berufung auf eine Marktstudie von ACNielsen und eigene Zahlen mitteilte.
Der Umsatz mit klassischer Tafelschokolade sei sogar um gut ein Zehntel gestiegen. Trotz Preiserhöhungen und Wirtschaftskrise habe die Konsumlaune der Deutschen in Bezug auf Schokoladen- und Süßwaren nicht gelitten, hieß es. Auch der Umsatz mit Keksen, Bonbons und salzigen Knabbereien sei gestiegen.
Frühere Untersuchungen zeigen, dass sich die Konsumenten in Krisenzeiten auf ihr eigenes Heim besinnen. Das bedeutet weniger Ausgaben für Reisen oder Gastronomie - dafür aber mehr für Möbel oder kleinere Genüsse wie Schokolade.
SG-Geschäftsführer Hans Strohmaier führte den Schoko-Trend vor allem auf Angebotsneuheiten und die hohen Werbeausgaben der Branche zurück. So seien etwa laut einer britischen Marktstudie im vergangenen Jahr weltweit 8000 neue Schokoladenprodukte auf den Markt gekommen.
Die Hersteller böten inzwischen auch "durchaus mutige Produkte" an wie eine japanische Schokolade, die aufgrund angeblich antibakterieller Wirkung die Zähne schone oder eine US-Variante, die die Ursachen von Akne bekämpfen soll.
wal/Reuters
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