Wirtschaft



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31.03.2009
 

Minus 19 Prozent

US-Immobilienpreise fallen dramatisch

Die USA kommen nicht aus der Krise: Die Immobilienpreise brechen im Rekordtempo ein, Einfamilienhäuser kosteten im Januar 19 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Stimmung in der Wirtschaft und bei Verbrauchern bleibt schlecht. Und die OECD rechnet mit einer schweren Rezession.

Washington - Der US-Immobilienmarkt war der Auslöser der weltweiten Wirtschaftskrise - und er hat sich noch längst nicht erholt. Im Januar sind die Preise für Wohnimmobilien in 20 Großräumen erneut eingebrochen. Verglichen mit dem Vorjahr kosteten Einfamilienhäuser 19 Prozent weniger. Dies geht aus einem entsprechenden Index von Standard & Poor's und Case Shiller hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Spitzenreiter der Liste sind die Regionen um Phoenix und Las Vegas, wo sich die Preise seit dem Höhepunkt der Blase beinahe halbiert haben.

Häuser in Los Angeles: Preisrutsch um 40 Prozent seit dem Höhepunkt auf ein Niveau wie zuvor im Jahr 2003
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Getty Images

Häuser in Los Angeles: Preisrutsch um 40 Prozent seit dem Höhepunkt auf ein Niveau wie zuvor im Jahr 2003

Allein von Dezember auf Januar sanken die Preise um 2,8 Prozent. Von November auf Dezember hatte das Minus 2,6 Prozent betragen. "Der Immobilienmarkt, der Mitte 2006 seinen Gipfel erreicht hatte, setzt seinen Verfall 2009 fort", bilanziert S&P-Experte David Blitzer. Die geplatzte Immobilienblase gilt als wichtigster Auslöser der weltweiten Finanzkrise, die sich inzwischen zur schwersten Wirtschaftskrise seit den dreißiger Jahren ausgeweitet hat.

Der Januar ist bereits der 20. Monat in Folge, in dem die Immobilienpreise in den USA sinken. Diesmal war es jedoch der größte Einbruch seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000. Im Vergleich zum Spitzenwert im Sommer 2006 ging der Index um 29 Prozent zurück. Die Häuserpreise bewegen sich derzeit auf dem Niveau von 2003.

Schlechte Nachrichten gibt es auch aus der Industrie. In der Region Chicago hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im März überraschend eingetrübt. Der entsprechende Index sei von 34,2 Punkten im Vormonat auf 31,4 Punkte gefallen, teilte die regionale Einkaufsmanagervereinigung am Dienstag mit. Volkswirte hatten mit unveränderten 34,2 Punkten gerechnet.

Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung, während Werte darunter auf einen Rückgang hinweisen. Der Chicago-Index gilt als wichtiger Indikator für den nationalen Einkaufsmanagerindex ISM.

Auch das US-Verbrauchervertrauen hat sich nicht wesentlich gebessert. Im März hat sich die Stimmung nach dem Rekordtief im Vormonat nicht so deutlich aufgehellt wie erwartet. Der vom Conference Board ermittelte Index sei von 25,3 Punkten im Vormonat zwar auf 26,0 Punkte geklettert, teilte das private Forschungsinstitut am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten aber einen Anstieg auf 28,0 Punkte erwartet.

Erst am Vormittag hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einen düsteren Ausblick gegeben. Sie erwartet ein Schrumpfen der US-Wirtschaft in diesem Jahr um vier Prozent (siehe Tabelle).

Absturz der Weltwirtschaft- Wachstumsprognose der OECD*
für 2009 für 2010
weltweit -2,7 0,2
Euro-Zone -4,1 -0,3
Deutschland -5,3 0,2
Frankreich -3,3 -0,1
Großbritannien -3,7 -0,2
Italien -4,3 -0,4
Japan -6,6 -0,5
Kanada -3,0 0,3
USA -4,0 0,0
OECD gesamt -4,3 -0,1
* Bruttoinlandsprodukt, Veränderung zum Vorjahr in Prozent
Quelle: OECD

wal/Reuters/dpa-AFX/AP

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